Was tun, wenn nichts mehr geht? Blackout-Vorsorge-Ratgeber für den Handel

Experten erwarten binnen 5 Jahren ein Blackout. Der volkswirtschaftliche Schaden läge bei mindestens 1,2 Milliarden Euro pro Tag. Vorbereitung zählt. Der neue HV-Leitfaden soll Händler bei der Vorbereitung auf mögliche Energiekrisen unterstützen.

Beitrag: Gerald Kühberger.

Im vergangenen Jahr erinnerten uns zwei Großstörungen im europäischen Stromversorgungssystem daran, dass es trotz aller Sorgfalt keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Seither beschäftigen sich Politik, Medien und Wirtschaft intensiver mit den Folgen eines plötzlichen, überregionalen, länger andauernden Strom-, Infrastruktur- und Versorgungsausfalls – einem sogenannten Blackout. Zurecht, denn die Folgen eines Blackouts wären für die Gesellschaft, Wirtschaft und den Handel katastrophal. Um die Branche bestmöglich auf den Ernstfall vorzubereiten, hat der Handelsverband gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV) einen umfassenden Blackout-Ratgeber für den Handel herausgegeben.

Wahrscheinlichkeit für ein Blackout laut Bundesheer bei fast 100 Prozent.
Eine stabile Stromversorgung ist nicht selbstverständlich. “Österreich zeichnet sich zwar durch eine überdurchschnittlich hohe Versorgungssicherheit aus, aber verschiedenste Einflüsse wie der Ukraine-Krieg, die Gas- und Energiekrise sowie das Wachstum im Cybercrime-Bereich lassen auch die Blackout-Gefahr rasant ansteigen. Würde der Strom hierzulande für 24 Stunden ausfallen, läge der volkswirtschaftliche Schaden laut Berechnungen der JKU Linz bei mindestens 1,2 Milliarden Euro”, bestätigt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Laut Bundesheer liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten fünf Jahren zu einem größeren, überregionalen Stromausfall in Österreich kommen wird, bei fast 100 Prozent. “Es braucht Präventionsmaßnahmen und länderübergreifende Strategien, um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleisten zu können. Daher steht der Handelsverband im engen, laufenden Austausch mit dem Innenministerium, dem Verteidigungsministerium und dem Bundeskriminalamt”, so Will.

“Es ist essenziell, dass wir uns als Gesellschaft gezielt auf ein solches Szenario vorbereiten. Mit dem Blackout-Vorsorge-Ratgeber möchten wir die heimischen Händler mit Hintergrundinformation, Präventionsmaßnahmen, praxisnahen Tipps und Checklisten unterstützen. Denn eines ist klar: Je besser der österreichische Handel auf ein Blackout vorbereitet ist, desto besser werden wir die kaum fassbaren Folgen einer möglichen schweren Versorgungskrise bewältigen können”, ergänzt Handelsverband-Präsident Stephan Mayer-Heinisch.

Wenn der Staat nicht mehr kann, schlägt die Stunde der Zivilgesellschaft.
Ein Blackout würde nicht nur zu einem großflächigen Stromausfall führen, sondern fast alle Infrastruktur- und Versorgungsleistungen betreffen, es würde schlagartig nichts mehr funktionieren. Daher ist ein solches Ereignis auch nicht mit Stromausfällen, wie wir sie auch in Österreich nach heftigen Unwettern kennen, vergleichbar. Während nach lokalen oder regionalen Stromausfällen ziemlich rasch wieder alles wie gewohnt funktioniert, würde die Wiederherstellung der gewohnten Versorgung nach einem überregionalen Ereignis oder auch in Folge einer Gas- und Strommangellage wesentlich länger dauern, was häufig unterschätzt wird.

Mehr als vielen Menschen bewusst ist, hängt unser Alltag völlig von einer intakten Stromversorgung ab – im städtischen Bereich sogar noch stärker als am Land. “Daher sollte sich jede und jeder Einzelne von uns mit entsprechenden Vorsorgemaßnahmen befassen. Denn bei einem solchen überregionalen Ereignis geraten auch die gewohnten und sehr verlässlichen Strukturen der organisierten Hilfe rasch an ihre Grenzen. Niemand kann bei einer gleichzeitigen eigenen Betroffenheit Millionen Menschen helfen. Wir können eine solche Krise nur gemeinsam und durch Vorbereitung bewältigen”, ist Herbert Saurugg, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge und Blackout-Vorsorge-Experte des Handelsverbandes, überzeugt. Gemeinsam soll in den nächsten Monaten auch die Dachmarke “Mach mit! Österreich wird krisenfit!” (www.krisenfit.jetzt) mit konkreten Angeboten für die Vorsorge in den Handel gebracht werden.

Pandemie als Weckruf.
Mit einer Versorgungssicherheit von 99,99% zählt die österreichische Stromversorgung zu den verlässlichsten der Welt. Daher ist für viele Menschen nur schwer nachvollziehbar, warum das eines Tages anders sein sollte. Doch es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Nirgends. Daher sollten wir als Gesellschaft in der Lage sein, sowohl mit absehbaren als auch mit unerwarteten Krisen umzugehen. So ist die Politik gerade jetzt in der Gas-Krise gefordert, die Risiken in unserer Energieversorgung zu minieren.

Bei einem Blackout spielt der Lebensmittelhandel als Kritische Infrastruktur und Nahversorger eine zentrale Rolle. Daher ist die Vorbereitung auf ein Blackout Teil der Krisen- und Notfallpläne der Händler. “Die Corona-Pandemie hat die Dringlichkeit nochmal verstärkt. Die Vorbereitung auf ein Blackout geht Hand in Hand mit dem Ausbau autarker grüner Stromquellen aus Photovoltaik und Windenergie. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Bundeseinrichtungen und den Länderorganisationen muss das Ziel sein, um eine geordnete Verteilung der Lebensmittel im Krisenfall sicherzustellen”, sagt Robert Spevak, Leiter des Handelsverband-Ressorts “Sicherheit im Handel” und Abteilungsleiter Revison und Sicherheit bei Metro Österreich. “Ein hoher Stellenwert kommt hier auch der Schulung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu, damit diese privat wie beruflich bestmöglich auf den Ernstfall vorbereitet sind. Wenn wir die Grundversorgung schaffen, dann schaffen wir alles andere auch”, so Spevak.

Ebenfalls im Fokus: EU-Plan mit Maßnahmen zur Energiereduktion.
Aufgrund des Ukraine-Kriegs sowie einer möglichen Gaslieferunterbrechung entstehen für die kommenden Monate große Unsicherheiten. Der Rat der Europäischen Union hat in diesem Kontext am 26. Juli eine politische Einigung über eine freiwillige Senkung des Erdgasverbrauchs um 15% für den kommenden Winter abgeschlossen. Der Zweck besteht darin, vor dem Winter entsprechende Einsparungen zu erzielen, um einen Puffer für mögliche Unterbrechungen der Gaslieferungen aus Russland zu schaffen. Details zu den vorgeschlagenen Maßnahmen werden im HV Blackout-Vorsorge-Ratgeber ebenso beschrieben wie der 3-Säulen-Plan der EU-Kommission zur Senkung der Gasnachfrage. Dazu zählen erstens der Umstieg weg vom Gas auf alternative Energieformen, um die Einschnitte für Industrie & Handel möglichst gering zu halten, zweitens Anreize für die Verringerung des Verbrauchs durch Marktinstrumente und drittens Einsparungen bei Heizung und Klimatisierung. (RED)

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Hafen Wien feiert runden 60er

Der Hafen Wien blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1875 wurde in Wien die Donau reguliert und 1876 wurde erstmals ein Öl- und Benzinhafen errichtet, um die Versorgung der Stadt sicherzustellen.

Beitrag: Redaktion.

1902 entstand der sogenannte Winterhafen auf dem Areal des heutigen Hafen Freudenau und 1962 wurde die Wiener Hafen Betriebsgesellschaft aus der Taufe gehoben, mit der die Zeitrechnung für das diesjährige 60-Jahr-Jubiläum beginnt. Für die beiden Geschäftsführer des Hafen Wien, Doris Pulker-Rohrhofer und Fritz Lehr war die bisherige Entwicklung der drei Hafen Freudenau, Lobau und Albern eine Erfolgsgeschichte: „Weil sich die Stadt Wien als Eigner der drei Hafenteile zu diesem Logistik- und Wirtschaftsstandort bekennt und in all den Jahren viel Geld in diesen Wirtschaftsstandort investierte“, stellen die beiden Manager übereinstimmend fest. Im vergangenen Jahr wurden 13 Mio. Euro investiert. „Wir sind eine trimodale Logistik-Drehscheibe in günstiger Lage in Wien mit internationaler Verflechtung“, betont Pulker-Rohrhofer und zugleich ist der Hafen kritische Infrastruktur und war daher während der Corona-Pandemie immer voll funktionsfähig. Wobei Corona den Hafen in seiner wirtschaftlichen Entwicklung nicht wirklich tangiert hat, wenn man sich die Zahlen für 2021 ansieht.

Die Hafen-Wien-Gruppe hat im Vorjahr ihren Umsatz um 40 Prozent auf mehr als 51 Mio. Euro und das Betriebsergebnis um satte 46 Prozent auf 6,6 Mio. Euro gesteigert. Sieht man vom rückläufigen Pkw-Umschlagsgeschäft einmal ab waren alle anderen Geschäftsbereiche erfolgreich. Die tragenden Säulen sind das Immobiliengeschäft und hier vor allem die 90%ige-Auslastung der im Jahr 2017 gekauften Immobilie HQ7, wo primär gewerbetreibende Unternehmen angesiedelt sind, die dort beispielweise Kaffee rösten oder andere Tätigkeiten wie etwa Autoaufbereitung oder Werkstattarbeiten durchführen. Sich gut geschäftlich entwickelt haben sich im Vorjahr die Bereiche Massengut-Umschlag, Lagerlogistik, Bulk-Logistik und der Terminal-Betreiber Wiencont.
„Die unsicheren Lieferketten bewirkten eine sehr starke Nachfrage nach Lagerkapazitäten, Pufferlager sind derzeit sehr gefragt und davon profitieren wir, weil wir entsprechende Lagermöglichkeiten anbieten können“, so Lehr. Mehr als 122.000 t Schwer- und Massengüter wurden in Freudenau umgeschlagen, deutlich mehr als im Jahr zuvor (2020: 83.000 t). Bei der Wiencont stieg im Vorjahr das Containervolumen auf 488.000 TEU, ein Zuwachs von 14 Prozent gegenüber 2020. Das Wachstum hängt zusammen mit dem Einstieg des schweizerischen Intermodal-Operateurs Hupac bei Wiencont mit einer Minderheitsbeteiligung.

Hupac bringt Geschäft und nutzt Wiencont als Gateway für seine Intermodal-Verkehre zwischen West- und Südosteuropa. Wiencont hat den intermodalen Aktionsradius um das Trailer-Handling erweitert. Dieser Schritt erweist sich als wachstumsträchtig, weil damit im Terminal sowohl kranbare als auch nicht kranbare Sattelauflieger auf die Schiene umgeschlagen werden können. Spediteure und Intermodal-Operateure nutzen Wiencont als Drehscheibe für verschiedene Kombi-Züge. Der deutsche Operateur Helrom fährt drei Mal wöchentlich einen eigenen Zug zwischen Düsseldorf und Wiencont-Terminal mit nicht kranbaren Sattelaufliegern. Pulker-Rohrhofer: „Wir haben im Trailerverkehr derzeit 17 Zugrundläufe pro Woche von mehreren Akteuren und rund 126 Container-Züge von verschiedenen Operateuren“. Maritime und kontinentale Zugverbindungen halten sich die Waage.

Gut entwickelt hat sich im Vorjahr die hafeneigene Spedition TerminalSped, die bisher auf Zolldienst- und Transportdienstleistungen spezialisiert war und im Vorjahr in das internationale Bulk-Logistik-Geschäft eingestiegen ist. TerminalSped ist eine klassische Spedition und 2021 wurden bereits 10.500 Transporte abgewickelt. Zielmärkte sind Unternehmen im Recycling-Bereich, wo Kreislaufwirtschaft im Vordergrund steht. Im 60. Jahr des Bestehens richtet sich der Blick in die Zukunft und Fritz Lehr kündigt den nächsten großen Expansionsschritt an: „Wir brauchen mehr Flächen und werden daher 47.000 m2 weitere Landfläche gewinnen“. Gewonnen wird die Fläche durch Zuschüttung eins weiteren Teils des Hafenbeckens in Freudenau. Die Pläne dafür liegen auf dem Tisch und ab 2023 werden die Arbeiten beginnen, zugute wird die neue Fläche dem Wiencont-Terminal. (RED)

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Langfristige Investitionssicherheit mit AutoStore von Element Logic

Multichannel-Unternehmen Greendonkey schafft Platz und automatisiert mit einer AutoStore-Anlage von Element Logic. Das automatisierte Lager- und Kommissioniersystem ist mit dem Lagerverwaltungssystem eManager optimal in die IT-Architektur von Greendonkey mit dem ERP-System Tricoma eingebunden und sorgt für zuverlässige Kommissionierung und schnelle Versandbereitstellung.

Beitrag: Redaktion.

In Nagold, 25 Kilometer südwestlich von Stuttgart, hat sich mit der Greendonkey GmbH in den vergangenen zehn Jahren eines der am schnellsten wachsenden MultiChannel-Unternehmen der Fahrradbranche etabliert. Greendonkey ist die Dachmarke für das Radzentrum Nagold und dessen Online-Handel. In einem ehemaligen Autohaus bietet das Ladengeschäft auf mehr als 1.500 Quadratmetern Verkaufs- und Ausstellungsfläche alles, was Fahrradfahrer benötigen. Neben 800 vorrätigen Fahrrädern und hochwertigen E-Bikes führender Hersteller zählen dazu unter anderem Fahrradhelme, Fahrradteile und -zubehör, Sets, Werkstattverpackungen und Fahrradbekleidung sowie Fahrradträger, Kinderfahrradanhänger und sonstiges Zubehör. Parallel wurden im Internet eigene Online-Shops eingerichtet.

Inzwischen betreuen die 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Radzentrums 14.000 feste Kunden. Zudem verzeichnet die Adressdatenbank von Greendonkey mehr als 700.000 Online-Kunden. Insgesamt schreibt das 2011 gegründete Unternehmen zweistellige Millionen-Umsätze. „Mit unseren verschiedenen Vertriebskanälen decken wir vom Endkunden bis zum B2B Kunden alles ab“, erklärt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Falko Borkhart das rapide Wachstum. „Als 2020 die Pandemie begann, war der Online-Handel für uns noch weit weg. Dann haben wir unser ganzes Personal im Online-Handel eingesetzt. Im August hatten wir schon 800 Sendungen verschickt. Heute schreiben wir 70 Prozent unseres Umsatzes mit dem Online-Handel, die Hälfte davon über den eigenen Webshop. Und wir sind technisch so aufgestellt, dass wir weiteres Wachstum stemmen können.“

Digitalisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse.
Die rasant positive Unternehmensentwicklung brachte Greendonkey allerdings zunehmend an die Grenze seiner Lagerkapazitäten. Vor diesem Hintergrund vertiefte Borkhart die Digitalisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse. Als übergeordnetes ERP-System wurde bereits 2013 das Warenwirtschaftssystem „Tricoma“ implementiert. „Tricoma ist schnell einsetzbar und bietet verschiedene Schnittstellen, sowohl zu den Handelsplattformen im Netz als auch zu intralogistisch Automatisierungssystemen“, erklärt Borkhart. „Nebenbei nehmen uns die Automatismen viel Arbeit ab.“ Diese Erfahrungen wurden mit einer im Januar 2022 in Betrieb genommene AutoStore-Anlage auch auf die Intralogistikprozesse der Lagerung und Kommissionierung behälterfähiger Artikel übertragen. Den Auftrag für Anlagenlayout und Projektrealisierung erhielt der Systemintegrator Element Logic, der erste offizielle AutoStore-Integrator.

Greendonkey-Unternehmensgründer und Geschäftsführer Falko Borkhart: „Die Entscheidung für die AutoStore-Anlage fiel hinsichtlich Effizienz und Flexibilität mit Blick auf unsere Bestandsimmobilie und die Skalierbarkeit der Anlage nach einem Vergleich mehrerer Automatisierungsoptionen“

Das automatisierte Kleinteilelager- und Kommissioniersystem AutoStore zählt zu den markantesten Erfolgsgeschichten der Intralogistik in den vergangenen 20 Jahren. Weltweit sind inzwischen annähernd tausend der robotergestützten Anlagen installiert. Allein Element Logic, weltweit erfolgreichster AutoStore-Distributor des Jahres 2020 und 2021, hat inzwischen mehr als 200 AutoStore-Lösungen realisiert. Die Kombination aus Automatisierung der Intralogistik-Prozesse, Flexibilität einer durchgängig skalierbaren Komplettlösung und kompakter, energieeffizienter Anlagentechnik gelten als Erfolgsfaktoren des Systemkonzeptes. Anders als in herkömmlichen Automatisierten Kleintelelagern (AKL) werden die Behälter in den modular konzipierten AutoStore-Anlagen zur Kleinteilelagerung in Schächten übereinandergestapelt und von kleinen Robotern, sogenannten Robots, ein-, um- und ausgelagert. Die Behälterstapel werden in einem standardisierten, bis zu 6,20 Meter hohen Aluminium-Raster, dem sogenannten Grid, gelagert. Auf dessen Oberfläche arbeiten die Robots, heben die Behälter mit den gewünschten Waren an, übergeben sie an integrierte Arbeitsstationen, den sogenannten Ports, und stapeln die Behälter nach der Kommissionierung wieder in der Anlage ein.

Als Füll- und Kommissionierstationen sind Karussell-Ports für höhere Lagerdurchsätze, Conveyor-Ports für geringere Durchsätze und Relay-Ports für maximale Durchsätze verfügbar. Mit einer um 60 bis 70 Prozent verbesserten Raumausnutzung gegenüber herkömmlichen AKL-Lösungen erzielen AutoStore-Anlagen bei minimalem Flächenbedarf so die höchste Lagerdichte. Dabei lässt sich das Anlagenlayout exakt auf jedwede bauliche Gegebenheit angepassen – und es ist bei wachsendem Leistungs- oder Kapazitätsbedarf durch zusätzliche Robots, Ports oder Behälter-Schächte mühelos skalierbar. „Hoch verdichtete Lagerung, minimaler Flächenbedarf und eine schnelle, fehlerfreie Kommissionierung ohne Laufwege“, fasst Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development Element Logic Deutschland, zusammen. „Bei einem Energiebedarf von durchschnittlich 100 Watt je Robot pro Stunde weisen AutoStore-Anlagen zudem den geringsten Energieverbrauch unter den AKL-Lösungen auf.“ Faktoren, die mit den wachsenden Anforderungen an Reaktionszeiten und Prozesseffizienz durch den stark wachsenden Online-Handel und die Pandemie die Nachfrage nach AutoStore-Anlagen in den vergangenen Jahren weiter gefördert haben.

Schnelle Projektrealisierung.
So auch bei Greendonkey. Angepasst an die Rahmenbedingungen der niedrigen Raumhöhe von lediglich 3,30 Metern in der Bestandsimmobilie konzipierte Element Logic für den Omnichannel-Händler eine exakt zugeschnittene automatisierten AutoStore-Anlage. „Nachdem Lagergröße und Dynamik der Anlage definiert waren, haben wir Layout und Konzeption festgelegt und bereits nach wenigen Wochen mit der Installation begonnen“, veranschaulicht Kieninger. „Durch die modularen Komponenten und unsere Plug-and-Play-Software eManager war die Projektrealisierung schnell abgeschlossen.“

Greendonkey-Unternehmensgründer und Geschäftsführer Falko Borkhart: „Die kompakte Anlage bietet uns auf minimaler Grundfläche ein Maximum an Lagerkapazität und die automatisierten Prozesse entlasten die Mitarbeiter bei gesteigerter Performance.“

Auf einer Grundfläche von lediglich 105 Quadratmetern bietet die AutoStore-Anlage bei Greendonkey 2.125 Behälterstellplätze zur Kleinteilelagerung. Achtfach übereinander stehen die 330 Millimeter hohen Behälter in dem Schächten des Aluminium-Rasters. Auf der Grid-Oberfläche sorgen sechs Robots der R5-Serie für koordinierten, auftragsgerechten Zugriff auf die Behälter. Die Behälter aus der Anlage präsentieren die Roboter an drei integrierten Arbeitsplatz-Modulen. Diese sind platzsparend als Conveyer-Ports ausgeführt.

Schnittstelle für koordinierte Prozessabfolgen.
Die Einbindung der AutoStore-Anlage in die Logistikprozesse des Online-Shops, des stationären Geschäftes und der angeschlossenen Fahrradwerkstatt erfolgte in enger Zusammenarbeit von Element Logic mit Greendonkey und den ERP-Spezialisten von Tricoma. Über eine standardisierte Schnittstelle wurde das Tricoma-Warenwirtschaftssystem (WMS) mit dem eManager von Element Logic verbunden.

Das Lagerverwaltungssystem von Element Logic ist speziell auf die Bedürfnisse der Autostore-Technologie zugeschnitten. Für besondere Aufgaben wie etwa Express-Sendungen oder Multi-Aufträge aus unterschiedlichen Lagerbereichen wurden im WMS die individuellen Prozesse für die Anlagensteuerung definiert. Nach wenigen Testläufen konnte die Bestückung der Anlage erfolgen. Innerhalb von sechs Woche waren alle entsprechenden Produkte eingelagert. „Im Zusammenspiel von WMS und eManager hat sich die Anlage schnell bewährt“, urteilt Kieninger.

So unterstützen die optimierten Prozesse der AutoStore-Anlage bei Greendonkey nicht allein die schnelle, fehlerfreie Auftragsfertigung im weiter wachsenden Online-Handel. Die Anlage dient auch zur Verarbeitung auftragsbezogener Großhandelsbestellungen. Die entsprechenden Artikellieferungen kommen in Mischpaletten und Mischkartons in Nagold an. An den Ports der Anlage werden die Artikel in Behälter umgepackt, chaotisch eingelagert und umgehend auftragsbezogen wieder kommissioniert und an den Versand übergeben.

Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development Element Logic Deutschland: „Die AutoStore-Anlage kommt sowohl als Lager- und Kommissioniersystem wie auch als Auftragspuffer und Sortiermaschine zum Einsatz.“

Inzwischen verlassen jeden Monat rund 50.000 Sendungen das Greendonkey-Zentrallager am Standort Nagold. „Zuverlässige Kommissionierung und schneller Versand zählen zu den Schlüsselfaktoren unseres Online-Handels“, resümiert Greendonkey-Geschäftsführer Borkhart. „Mit der AutoStore-Anlage von Element Logic unterstützt uns dabei ein effizientes Automationssystem. Seine Skalierbarkeit und Flexibilität bietet uns langfristige Investitionssicherheit bei weiterem Unternehmenswachstum. Wir sind mit dem Projektverlauf und den Ergebnissen sehr zufrieden.“

SoMe-Zeilen: 
Multichannel-Unternehmen Greendonkey automatisiert Auftragsfertigung mit einer AutoStore-Anlage von Element Logic. Das automatisierte Lager- und Kommissioniersystem bietet auf 105 m2 und einer Deckenhöhe von lediglich 3,3 m Platz für 2.125 Behälter und sorgt mit sechs Robots und drei Ports für zuverlässige Kommissionierung und schnelle Versandbereitstellung. (RED)

Gakten und Zahlen: Greendonkey

  • Gründungsjahr 2011
  • eines der am schnellsten wachsenden MultiChannel-Unternehmen der Fahrradbranche
  • mehr als 1.500 Quadratmetern Verkaufs- und Ausstellungsfläche in Nagold
  • 14.000 feste Kunden des Radzentrums
  • mehr als 700.000 Online-Kunden
  • AutoStore-Anlage:
  • Grundfläche 105 qm
  • 2.125 Behälterstellplätze
  • 330 mm Höhe
  • achtfach gestapelte Behälter
  • 6 AutoStore-Robots R5
  • 3 Conveyor-Ports
  • Lagerverwaltungssystem eManager von Element Logic mit Schnittstellenanbindung zum WMS

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Es braut sich ein Sturm zusammen

Der 7. eCommerce Logistik-Day widmete sich erneut der Zukunft des Online-Handels und bot neben spannenden Diskussionen konkrete Lösungsansätze für die Bereiche Intralogistik und den Paketversand. Als Hybrid-Event war die Veranstaltung nur für einen exklusiven Teilnehmerkreis in den Räumen des Österreichischen Handelsverbandes live erlebbar. Sämtliche Vorträge und Podiumsdiskussionen wurden jedoch aufgezeichnet und sind – wie schon im Vorjahr – in voller Länge abrufbar.

Redaktion: Marcus Walter.

7.ECOMLOG22 – „Als wir vor sieben Jahren den 1. eCommerce Logistik-Day durchführten, hatten wir im Vergleich zur Gegenwart eigentlich gar keine Probleme.“ Mit diesem Rückblick eröffnete Moderator und Mitorganisator Bernd Kratz am 8. September die bereits siebte Auflage der renommierten Fachveranstaltung für den Onlinehandel. „Im Gegensatz zu damals haben wir mittlerweile sechs Krisen“, betonte Kratz. Der geschäftsführende Gesellschafter der Management-Beratung EMA ist zugleich Mitgesellschafter des Instituts des Interaktiven Handels IDIH, einem der eComLog-Kooperationspartner.

40 Schiffe vor der Deutschen Bucht.
Zur Coronakrise sei als zweite Krise die Unzuverlässigkeit im Schiffsverkehr hinzugekommen. Als Beispiele nannte er den Unfall im Suezkanal und den derzeitigen Stau von bis zu 40 Containerschiffen in der Deutschen Bucht, die seit längerem auf ihre Löschung warten. Aber das sei laut Kratz erst der Anfang. „Denn es gibt noch viele weitere Schiffe, die jetzt noch in China liegen. Wenn die dort freikommen, dann haben wir sechs bis acht Wochen später eine Flut von Schiffen, die in Deutschland gelöscht werden müssen.“ Unternehmen wie Lidl hätten bereits auf diese Krise reagiert und in eigene Schiffskapazitäten investiert. Die dritte Krise sei die Invasion Russlands in der Ukraine und die vierte Krise die Klimakrise. Der ausbleibende Regen hat bei den Flüssen zu niedrigen Pegelständen geführt, so dass sie die Binnenschiffe zum Teil nur noch mit geringer Auslastung befahren können. „Das heißt, das wir die Ware nicht mehr ins Hinterland befördern können, ohne verstärkt auf den LKW umzusteigen“, stellte Kratz fest. Als fünfte Krise nannte er den Fachkräftemangel im gewerblichen Bereich. Diese sei unter anderem dafür verantwortlich, dass Schiffe nicht mehr in gewohntem Tempo entladen werden können. Die sechste Krise sei schließlich die Energiekrise in Folge der EU-Boykottmaßnahmen gegenüber Russland. „Heute wollen wir diskutieren, welche Folgen die genannten Krisen auf den elektronischen Handel haben“, so Kratz

Lager bietet hohes Automatisierungspotenzial.
Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development von Element Logic, griff in seinem Vortrag die genannten Krisen auf. „Die Politik soll zunächst die selbstgemachten Krisen lösen. Wir kümmern uns dann um den Rest,“ lautete sein Credo. Durch die Corona-Pandemie habe der Personalmangel in bestimmten Branchen weiter zugenommen. In dieser Situation sei das Automatisieren von Prozessen im Lager eine passende Antwort. „Die Prozesse im Lager bieten ein hohes Potenzial für Automatisierung“. Hier kämen vor allem die Ware-zur-Person-Kommissionierung in Frage. Diese könne zudem mit der Roboterkommissionierung von Einzelteilen und automatische Kartonaufrichter ergänzt werden. „Das Eliminieren der Wegezeiten bei der Ware-zur-Person-Kommissionierung durch ein AutoStore-Lager ist ein riesiger Hebel“, hob Kieninger hervor, der anschließend noch einige bereits realisierte Kundenlösungen vorstellte.

Bei den Installationen komme es vor allem auf Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und eine optimale Nutzung der vorhandenen Flächen an.
Andreas Miller, Principal Strategic Project Manager bei der Knapp AG, stellte in seinem anschließenden Vortrag Alternativen zur skandinavischen AutoStore-Lösung vor. Mit dem Open Shuttle Store bieten die Österreicher eine pragmatische und leicht skalierbare Automatisierung für bestehende Behälterlager mit herkömmlichen Lagergängen. Die Shuttles fahren autonom und können den Einsatz von manuell betriebenen Flurförderzeugen ersetzen. Diesbezügliche Projekte seien einfach und schnell umzusetzen.

Stammdaten sind oft das Problem.
Auf der Plattform „Digital2go“ hat Knapp zudem eine Reihe intelligenter Produkte versammelt wie zum Beispiel den KHT MultiScan. Dabei handelt es sich um einen mobilen Tisch, der das Erfassen von Stammdaten inklusive der Maße und Gewichte erleichtert. „Je besser die verfügbaren Daten über meine Produkte sind, desto besser kann ich damit arbeiten“, ist Miller überzeugt. „Stammdaten sind der erste Schritt für eine Automatisierung und genau hier liegt oft das Problem.“

Als dritter Referent erläuterte Thomas Hagen, Head of AutoStore & Automatisation bei der österreichischen Post AG, wie sein Unternehmen als Fulfillment-Dienstleister auf die gestiegenen Anforderungen und Erwartungen an die Paketlogistik reagiert. Im Spannungsfeld zwischen Echtzeitdaten, Retouren und Personalengpässen habe sich die Post für den Bau einer AutoStore-Anlage entschieden. Mit der Investition werden die bestehenden Prozesse im benachbarten Hochregallager ergänzt.

Flexibel durch Outsourcing.
Der Vortrag von Petra Dobrocka, Chief Commercial Officer und Gründerin der byrd Technologies GmbH, beschäftigte sich mit Strategien für Onlinehändler, um flexibel auf Umsatzschwankungen reagieren zu können. Das österreichische Startup byrd ist ein Dienstleister für derzeit rund 350 eCommerce-Unternehmen und übernimmt für diese die Bereiche Lagerung sowie das Verpacken und Versenden der Aufträge. Durch den Einsatz eines externen Logistikdienstleisters minimieren die Händler ihre Fixkosten, wodurch sich auch Nachfragerückgänge und Wirtschaftskrisen gut verkraften lassen. Zugleich könne man sich durch das Outsourcing auf die Kernbereiche wie zum Beispiel das Optimieren des Sortiments oder des Shopsystems konzentrieren. Rainer Will, Geschäftsführer vom Handelsverband Österreich, versorgte die Teilnehmer wieder mit einem Feuerwerk an Zahlen und Fakten zum derzeitigen Zustand der Branche. „Ich würde gerne Zuversicht verbreiten, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache“, so Will. Vor allem die Energiepreise würden dem Handel stark zu schaffen machen.

Strom um 1.400 Prozent teurer.
Die Großhandelspreise für Strom seien im Vergleich zum Sommer 2021 um 1.400 Prozent gestiegen. Nicht zuletzt deshalb befinde sich das Konsumvertrauen der Verbraucher auf Talfahrt. „Wer einen großen Teil seines Einkommens für Energie ausgeben muss, kann weniger konsumieren“, stellte Will fest. Es sei demnach nicht verwunderlich, dass der Handel in Österreich insgesamt einen Umsatzrückgang von 3,3 Prozent verzeichnet. Mit einem Minus von 17,3 Prozent ist der Kfz-Handel besonders stark betroffen. Auch der Personalmangel spiele dabei eine Rolle: Gegenwärtig könne die Branche 19.000 Stellen nicht besetzen. Vor diesem Hintergrund richtet der Handelsverband klare Forderungen an die Politik: Der Arbeitsmarkt müsse umfassend reformiert werden und es müsse einen Energiekostenzuschuss für alle Handelsbetriebe geben. Außerdem empfiehlt der Verband eine Abgaben- und Gebührenreform sowie eine weitere substanzielle Senkung der Lohnnebenkosten. Schließlich würde auch die Einführung einer globalen Mindeststeuer für eine Verbesserung der Lage sorgen.

Unglaubliche Auswirkungen.
Von der Politik zurück zur Versandlogistik beförderte anschließend der Vortrag von Walter Trezek, der Vorsitzende des beratenden Komitees des Weltpostvereins. Weltweit sei ein weiter anhaltendes starkes Wachstum der Paketlogistik zu erwarten, wobei China zu den Treibern dieser Entwicklung gehöre. „In China werden mittlerweile 52,8 Prozent des Einzelhandels digital abgewickelt,“ berichtete Trezek. Dies habe „unglaubliche Auswirkungen auf die Infrastruktur“. Wer wissen möchte, wie unsere Infrastruktur in sechs bis sieben Jahren aussieht, muss nur nach China schauen“, empfiehlt Trezek. Mit Blick auf andere Kontinente betonte Trezek, dass sich in der Branche derzeit „ein Sturm zusammenbraut“. In Europa würden wir davon zur Zeit am stärksten getroffen. In Folge der steigenden Energie- und Nahrungsmittelpreise sowie der Finanzkrise gehe das verfügbare Einkommen der Konsumenten zurück. Trezek hielt seinen Vortrag gemeinsam mit Florian Seikel, Geschäftsführer der Logistic Natives. Seikel wies darauf hin, dass in jeder Krise auch eine Chance stecke. „Wer sich jetzt als Händler komplett digitalisiert, hat in der Zukunft einen Wettbewerbsvorteil“, so Seikel.

Realismus statt Ideologie.
Das Überwinden von Krisen thematisierte auch Oliver Wagner, Geschäftsführer des Zentralverbands Spedition & Logistik. „Die österreichische Logistikbranche hat die Coronakrise hervorragend gemeistert und die Bedeutung der Logistik verstärkt in das öffentlich Bewusstsein gerückt“, so der Verbandschef. Während des Lockdowns sei eine sehr sachorientierte Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern möglich gewesen – ein Zustand, den sich Wagner auch für andere Zeiten wünschen würde. Was die Dekarbonisierung und den Klimaschutz angehe, seien sich die Spediteure ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Man brauche jedoch realistische Rahmenbedingungen anstelle praxisferner Ideologien. Selbst im Jahr 2040 werde der Straßengüterverkehr noch der beherrschende Verkehrsträger sein.

Fehlende Vorbildfunktion.
Auch Wolfgang Kubesch, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Logistik Österreich, ging in seinem sehr kurzweiligen Vortrag mit der Politik streng ins Gericht. Trotz einseitiger Abhängigkeit von Gas und Öl aus Russland habe die Regierung bislang kaum etwas unternommen, um dieses Ungleichgewicht abzubauen. Außerdem vermisse Kubesch die Vorbildfunktion des Staates und der Entscheidungsträger beim Energiesparen. Zudem konstatierte er, dass die bisherige Politik westlicher Industriestaaten des „Wandels durch den Handel“ offenbar gescheitert ist. Die Zahl autokratisch geführter Staaten sei nicht zurückgegangen, sondern weiter gestiegen, während die Demokratie auf dem Rückzug sei.

Ergänzt und vertieft wurden die Vorträge durch zwei von Bernd Kratz moderierte Podiumsdiskussionen. Während der ersten Runde ging Kratz der Frage nach, welche konkreten Erfahrungen Produzenten und Lieferanten im Rahmen der Krise gemacht haben. In der zweiten Podiumsdiskussion standen die Erfahrungen des Handels im Vordergrund. Bei Interesse können beide Podiumsdiskussionen und sämtliche Vorträge des 7. eCommerce Logistik-Days in vollständiger Länge auf www.logistik-express.com und unter https://logfair.online abgerufen werden. (MW)

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Hadolt-Gruppe managt digitale Logistik im LKH-Univ.-Klinikum Graz

Das Landeskrankenhaus/Univ.-Klinikum Graz zählt den größten Krankenhäusern in Österreich hat vor kurzem seine externe Logistik voll digitalisiert. Logistik muss hier reibungslos funktionieren.

Beitrag: Redaktion.

Logistik muss hier von A bis Z rund um die Uhr reibungslos funktionieren und so war es naheliegend neben schon anderen bereits optimierten Logistik-Prozessen einen externen Logistik-Partner hereinzuholen, der für die interne und externe Logistik beispielsweise von Blutproben, Gewebeproben, Medikamente, medizinische Kleidung und Geräte, Desinfektionsmittel etc. verantwortlich ist.

Die steirische KAGes als Träger des LKH-Univ.-Klinikums Graz hat diesen Logistikjob im vergangenen Jahr ausgeschrieben und den Zuschlag bekommen hat das in Kalsdorf bei Graz ansässige Speditionsunternehmen Hadolt-Gruppe. Es ist eine mittelständische Unternehmensgruppe mit einer hauseigenen Software-Schmiede namens I-Log. Von der wurde ein schlüssiges Konzept für den physischen Transport mit digitalem Software-Hintergrund vorgelegt, wie Michael Kazianschütz, verantwortlicher Bereichsleiter Logistik/Supply Chain Management, am LKH-Univ.-Klinikum Graz betont.

Wurde in der Vergangenheit jeder Transport beispielsweise von der Lkw-Zentralapotheke in Graz zu einzelnen Klinik-Abteilungen analog im alten Stil, sprich telefonisch organisiert, wurden jede Menge traditionelle Lieferscheine ausgefüllt, so läuft jetzt das alles digital ab. I-Log ist sowohl für die internen als auch externe physischen Transporte sowie für die digitale Informationslogistik von der digitalen Auftragserteilung bis zur Abrechnung verantwortlich und „unsere Fahrzeuge stehen sowohl für getaktete Routine-Transporte als auch für sofort notwenige Fahrten zur Verfügung“, erklärt Rolf Hadolt, Geschäftsführer und Inhaber der Hadolt-Gruppe: „Wir haben das Konzept nach den Wünschen unseres Kunden maßgeschneidert und wir sehen diesen Auftrag als sehr wichtige Referenz und Fortsetzung der schon bisher 14jährigen guten Zusammenarbeit mit dem LKH-Univ.-Klinikum in anderen Bereichen“.

Hadolt bzw. I-Log hat für das Klinikum eine Software erstellt, die es den Nutzern rasch und unkompliziert ermöglicht Sendungen zu buchen. Das ist der entscheidende Punkt gegenüber früheren Prozessen, ergänzt Kazianschütz. Durch das Track and Trace-System wird jeder Transportauftrag sofort gebucht und der Sendungsstatus verfolgt. Dadurch ersparen sich die Klinikum-Mitarbeiter viele Telefonate mit Transportdienstleistern. Da die Transporte größtenteils innerhalb des LKH-Univ.-Klinikums stattfinden ist es für Kazianschütz sehr wichtig, dass nicht nur die operativen Prozesse zuverlässig und reibungslos funktionieren, sondern auch das soziale Agieren des Personals des Logistikers im Spitalsbereich gut ankommt. Die medizinzischen Produkte werden in speziellen Transportboxen verpackt und von I-Log von den beauftragten Stellen abgeholt und transportiert, wobei dabei auch Kühlanforderungen berücksichtigt werden müssen. Auch wenn die Transporte zu üblichen Geschäftszeiten abgewickelt werden stehen die Leute von I-Log auch mit einem 24-Stunden-Notdienst für Sofort-Transporte abrufbereit zur Verfügung, versichert Hadolt, der trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen keinen Grund für Panik sieht.

Gute Logistik-Leistung hat ihren Preis, wobei dieser heutzutage längst nicht mehr im Vordergrund steht. Hadolt: „Worauf es heute ankommt ist die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten.“ Und solche auch beim Personal in der österreichischen Logistikbranche in der händeringend Nachwuchs gesucht wird und nur schwer zu finden ist. Die duale Lehrlingsausbildung hat in Österreich leider noch immer ein niedrigschwelliges Image. Der Staat sollte ich mehr in der Lehrlingsausbildung und für den Lkw-Fahrernachwuchs engagieren, so der Wunsch des Unternehmers, der aus einem kleinen Transportunternehmen des Vaters die heutige Hadolt-Gruppe formierte, die mit 250 Mitarbeitern an fünf Standorten in Österreich, Slowenien und Kroatien für 2022 einen Umsatz von 65 Mio. Euro erwartet. Zur Hadolt- Gruppen zählen die Unternehmen Global Express Austria, I-Log logistics solutions, GO Express und Logistik Süd, Hadolt Transport und Logistik und Hadolt Real Estate. (RED)

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Strategie und Planung als Basis erfolgreicher Logistik

Nicht erst seit Corona steht fest, dass eine Optimierung der Logistikprozesse über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden kann. Nur wenige haben selbst die nötige Kompetenz dazu – die Lösung: einen Experten engagieren. Wie beispielsweise die InterLog Management GmbH.

Redaktion: Angelika Gabor.

Beratungshäuser und selbständige Optimierer gibt es wie Sand am Meer. Warum sollte man sich also ausgerechnet für die InterLog entscheiden? Diese Frage stellten wir dem Gründer und einem der drei Geschäftsführer, Eric Gastel: „Im Gegensatz zu den meisten Beratungshäusern sind wir sehr operativ orientiert, wir arbeiten an und mit der Basis. Zudem haben all unsere Mitarbeiter einen sehr hohen Praxisbezug. Zudem sind wir sehr bodenständig und gleichzeitig pragmatisch. Das heißt, wir machen es unseren Kunden leicht, Entscheidungen zu fällen.“

Ein wesentliches Ziel der InterLog ist es, schnell substantielle und vor allem langfristige Lösungen zu präsentieren, die modular aufgebaut sind. Gastel: „Alles soll jederzeit unkompliziert erweiterbar sein, damit das System sich den unternehmerischen Prozessen anpassen lässt. Uns ist es auch wichtig, schon in der Planung auf ökologische Aspekte zu achten.“ Durchaus interessant ist auch die Tatsache, dass Projekte nicht um jeden Preis durchgeführt werden. „Wir stellen in der Planung stets auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Projektes. Es kann vorkommen, dass wir einen Auftrag nicht abwickeln, wenn sich herausstellt, dass die Vorstellungen einfach nicht realisierbar sind. Das teilen wir dem Auftraggeber natürlich mit“, erklärt Gastel.

Learning by doing.
Die Geschäftsführung der InterLog ist sich einig: ohne gute Mitarbeiter geht gar nichts. Darum investiert das Unternehmen auch in den Nachwuchs: „Wir ermöglichen jungen Menschen den Eintritt ins Berufsleben. Dazu holen wir uns Assistenten direkt von der Universität und stellen sie jeweils einem erfahrenen Kollegen zur Seite. Durch diese Durchmischung der Teams und die Kombination aus neuem, frischen Wissen und dem vorhandenen Know-How entstehen innovative Lösungsansätze. Die neuen Kollegen dürfen auch von Anfang an Projekterfahrung sammeln und aktiv mitarbeiten, damit sie rasch wachsen können“, führt er aus. Das reicht allerdings heute nicht mehr aus, um Talente ins Unternehmen zu locken, man müsse sich auch andere Benefits überlegen. „Im Gegensatz zu früher wollen junge Menschen zwar gut verdienen, aber wenig arbeiten. Dabei ist die so genannte „work life balance“ oft nur ein Vorwand, gerade in der Beratungsbranche sind 10-Stunden-Tage keine Seltenheit. So manche Forderung ist einfach nur überzogen“, ärgert er sich. Immerhin bietet das Unternehmen das Urlaubsmodell „30+“: zusätzlich zu den gesetzlichen Urlaubstagen bekommt jeder an Weihnachten, Silvester und drei Fenstertagen frei. Denn die Arbeit ist durchaus anstrengend, das ist klar. Mitarbeiter-Events sorgen daher regelmäßig für gute Laune. Und, ganz wichtig: „Jeder Mitarbeiter muss so viel verdienen, dass er vernünftig davon leben kann. Dazu stehe ich“, so Gastel.

100% digital.
Die InterLog setzt auf modernste Technik zum animieren, simulieren und emulieren in 3D. Die Kunden erhalten das fix-fertige Layout, mit dem sie dann auch arbeiten können. „Wir geben unseren Kunden bewusst unseren Lösungsvorschlag zum intern besprechen mit, das schafft Unabhängigkeit. Wir möchten sie nicht zum Auftrag verpflichten, sondern haben den Anspruch, dass sie uns den Auftrag geben WOLLEN“, so Gastel. Ein gewagter Ansatz – hat er denn keine Angst, dass jemand dann die fertige Lösung von einem billigeren Anbieter umsetzen lässt? „Wir sind überzeugt, dass wir die beste Lösung zu einem fairen Preis anbieten und wir wagen uns auch an scheinbar unmögliche Aufgabenstellungen heran. Bei all unseren Angeboten ist ein Kostendach samt Abweichungsfaktor enthalten, damit die Kunden kalkulieren können.

Für jeden einzelnen Arbeitsschritt gibt es eine offene Kalkulation, gebündelt zu Arbeitspaketen. Reicht das Budget nicht aus, stellen wir das Projekt trotzdem fertig, auf unsere Kosten – die Qualität der Leistung muss stimmen, dafür bürgen wir. Denn InterLog ist vielleicht nicht der günstigste Anbieter, aber auf jeden Fall effektiv. Durch das Kostendach sind wir im Nachhinein betrachtet oft sogar günstiger als ein vermeintlich billigerer Anbieter, der alles einzeln abrechnet. Natürlich zahlen unsere Kunden dann nur den tatsächlichen Aufwand.“ Durch die eigene Digitalisierung gewinnt das Unternehmen nicht nur an Mobilität, auch die Kostenstruktur konnte verschlankt werden.

Dauerbrenner und Trends.
Die Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Branchen, von Pharma über Food bis zu Automotive-Unternehmen in der DACH-Region, denn hier ist die Projektabwicklung hinsichtlich des ähnlichen kulturellen Hintergrunds einfacher. Bei der Lösungsfindung setzt InterLog auf erprobte Technologien, Forschungsprojekte kommen nicht in Frage: „Unsere Kunden können keine spacigen Konzepte riskieren, so sind beispielsweise Lösungen mit Drohnen aktuell noch nicht spruchreif.“

Welche Themen sind denn aktuell besonders gefragt? „Wir sehen einen klaren Trend in Richtung Anlagenmodernisierung im laufenden Betrieb. Man merkt auch den Personalmangel, denn viele Anfragen betreffen die Optimierung der Produktionslogistik, etwa durch Verpackungsautomation, Robotik oder Fahrerlose Transportsysteme“, zählt Gastel auf. Auch die Einführung oder Modernisierung von Lagerverwaltungssystemen und die Automation von Hochreagallägern sei sehr gefragt. „Trotz der Rezession merken wir eine starke Bewegung am Markt. Die großen und mittleren Unternehmen wissen, dass sie jetzt investieren müssen,
um mit der Konkurrenz mitzuhalten.“

Die Digitalisierung helfe dabei, die „time to market“ zu verkürzen. Auch gefragt: Maßnahmen, die die Energiekosten reduzieren und Abhängigkeiten verringern, beispielsweise Dachwandverkleidungen mit Solarzellen oder Solarpanels zum Betrieb von Hochregallägern. „Hinsichtlich der Effizienzsteigerung gibt es Anfragen zur Bündelung von Transporten und Containern, um das Volumen besser zu nutzen oder auch die Tourentopologie – alles, was den CO2-Fußabdruck schmälert.

Die Voraussetzung ist oft jedoch, dass sich das Bestellverhalten ändert. Die gesamte Kette muss anders organisiert werden, etwa durch eine Verlängerung der Belieferungszyklen. Wenn eine Filiale nur zwei Mal statt drei Mal pro Woche beliefert wird, dafür jedoch mit mehr Ware, ergibt sich automatisch eine CO2-Einsparung. Bei unseren Konzepten gehen wir daher nicht nur auf den Kunden ein, sondern auch auf dessen Kunden – damit er gleich Argumente hat, um Einwände zu entkräften.“ Um nah beim Kunden zu sein, hat die InterLog derzeit drei Niederlassungen: in Sursee (Schweiz), Dortmund (Deutschland) und Graz (Österreich). Eric Gastel teilt sich die Geschätsführung mit Markus Lanz und Dennis Augustin.

Alle drei sind aktiv im Unternehmen und als Mandatsleiter tätig. Die flachen Hierarchien sind ein Markenzeichen des dynamischen Unternehmens. „Jedes neue Projekt wird unabhängig von seiner Größe einem der drei Geschäftsführer zugeordnet, die dann auch als Coach fungieren. Mir ist es sehr wichtig, dass alle Mitarbeiter auf Augenhöhe kommunizieren“, meint Gastel. Man darf gespannt sein, welch cooles Projekt als nächstes kommt. (RED)

LOGISTIK express Journal 4/2022

Aktuelle Herausforderungen – vier Krisen belasten die Wirtschaft

Die mehrfachen Herausforderungen und Krisen – vier an der Zahl – belasten die Unternehmer der Wirtschaftsregion Ulm/Neu-Ulm. Die Stimmung unter den Mitgliedern des Clubs der Industrie (CI) sei angespannt. Dazu trage die mangelnde Planungssicherung bei der Kalkulation der Energiekosten für 2023 bei. So fasst CI-Vorstandsvorsitzender Gerd Stiefel die aktuelle Situation auf der Mitgliederversammlung am 21.09.2022 zusammen.

Beitrag: Redaktion.

Das Jahr 2022 lässt sich von der wirtschaftlichen Entwicklung her in zwei Hälften teilen. Zunächst herrschte große Erleichterung darüber, dass sich nach zwei Jahren, Corona wieder etwas Normalität und Alltag in das Geschäftsleben einstellte. Der Nachholbedarf am Netzwerken spiegelte sich auch darin wieder, dass die nun wieder möglichen CI-Präsenzveranstaltungen durchgängig gut besucht waren, resümiert Stiefel.

Nicht jede Herausforderung ist eine Krise.
Doch spätestens seit der zweiten Jahreshälfte 2022 stellt sich bei den CI-Mitgliedern eine Ernüchterung ein. Bereits geschwächt durch die Coronapandemie sehen sich die Unternehmer nun mit vier Herausforderungen und Krisen gleichzeitig konfrontiert. Hierzu zählt Stiefel die anhaltende Coronapandemie, die Energiepreiskrise, den Ukraine-Krieg sowie die steigende Inflation. Auch wenn nicht allen dieser Ereignisse die gleiche Bedrohung innewohnt, sei die Ballung der negativen Einflüsse wirtschaftlich nur schwer verkraftbar, sagt Stiefel. Ihm ist aber auch eine differenzierte Betrachtung wichtig. So bewertet er den Ukraine-Krieg sowie die Energiesituation als Krisen, Corona und die Inflation als Herausforderungen.

Hinsichtlich der Pandemie bekommt er aus dem Mitgliederkreis die Rückmeldung, dass diese zuversichtlich und gut vorbereitet sind, um einer neuen Welle in diesem Winter mit den etablierten Maßnahmen zu begegnen. Hinsichtlich des Ukrainekriegs bleibe die Sorge, einen Ausweg aus der katastrophalen Situation zu finden, gerade weil auch Partnerschaften, personelle Verbindungen und Kundenbeziehungen in das angegriffene Land bestünden. Etwas abgemildert hätten sich die Auswirkungen auf Lieferketten, da mittlerweile zum Teil Resilienzen geschaffen werden konnten.

Es braucht Energiepreis-Klarheit.
Neu und mit aller Wucht wurden die Unternehmer von der Energiepreiskrise erfasst. „Eine Vervier- bis Verachtfachung der Preise, das ist kaum zu verkraften“, bringt es Stiefel auf den Punkt. Eine aktuelle Umfrage der IHK Schwaben mit 131 Teilnehmern ergibt, dass 25 Prozent der befragten Unternehmen von Produktionseinschränkungen oder -ausfällen ausgehen und dabei auch ihr Geschäftsmodell existenzbedroht sehen, sofern sie angesichts der Kostenexplosion nicht auf alternative Lieferanten bei der Energieversorgung zurückgreifen können.

Angesichts dieser angespannten Lage fordern die CI-Mitglieder eine klare Entscheidung seitens der Politik, wie das Modell für staatliche Förderungen im Bereich der Energiekosten aussieht. „Wir brauchen diesen Input spätestens bis Mitte Oktober, damit wir auf dieser Basis unsere Wirtschaftspläne für das Jahr 2023 erstellen können“, sagt Stiefel stellvertretend für die Mitglieder. Aktuell gebe es keine Planungssicherheit. Die öffentlichen Versorger hätten viele Verträge mit der Wirtschaft gekündigt. Das bedeutet nach dem Status quo, Unternehmen rutschen ab 2023 in die Grundversorgung auf einen zu den bisherigen Verhältnissen hohen Preis.

Kosten vorausschauend budgetieren und Geschäftsmodelle anpassen.
Für 2023 rechnen die CI-Unternehmer nach zweieinhalb Jahren Krisenmodus mit deutlichen Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft. Gerade im Bereich der energieintensiven Industrien ist bei den KMU mit Insolvenzen und Übernahmen zu rechnen. Es sei überlebenswichtig, die langfristig deutlich höheren Kosten im Bereich Personal und Energie korrekt zu budgetieren und die Geschäftsmodelle gegebenenfalls entsprechend anzupassen, so der Rat der CI-Unternehmer. Aus dem Mitgliederkreis lautet der Tenor, dass sich die dort repräsentierten Unternehmen vorausschauend und agil auf die aktuelle Situation einstellen und sich dementsprechend gut vorbereitet für 2023 sehen.

Staffelübergabe in der Geschäftsführung.
Auch eine wichtige Personalie beschäftigt die CI-Hauptversammlung in diesem Jahr. Nach 32 Jahren kontinuierlichem Einsatz für den Wirtschaftsraum Ulm/Neu-Ulm wird der CI-Geschäftsführer Michael Mühlbacher in den Ruhestand verabschiedet. Stiefel würdigt sein besonderes Engagement: „Michael Mühlbacher hat das Amt des CI-Geschäftsführers bereits in jungen Jahren praktisch von einem Tag auf den anderen übernommen. Seitdem hat er eine beeindruckende Netzwerkstruktur aufgebaut und den Interessensaustausch zwischen unseren leistungsstarken Unternehmen und den öffentlich-rechtlichen sowie politischen Institutionen und Organisationen entscheidend mit vorangebracht.“ Nachfolger von Mühlbacher wird Christian Harder, Partner in der Anwaltskanzlei Mühlbacher und Partner. (RED)

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Logistikdienstleister als verlängerter Arm des Onlinehandels

Getreu dem Motto „je näher desto besser“ ermöglicht cargo-partner seinen Kunden, ihren Webshop direkt mit cargo-partner Systemen zu verbinden. Eine eigene Online-
Plattform garantiert volle Transparenz und Echtzeit-Überblick.

Beitrag: Angelika Gabor.

Als internationaler Transport- und Info-Logistik-Anbieter legt cargo-partner einen strategischen Fokus auf die Entwicklung von hochmodernen End-to-End-Lösungen für den B2C- und B2B-Bereich. Schon seit Jahren ist der Online-Handle ein rapide wachsendes Geschäftsfeld, und die COVID-19-Pandemie hat diesen Trend noch zusätzlich verstärkt.

Online-Händler können ihren Webshop direkt mit den Systemen von cargo-partner verbinden oder von bestehenden Anbindungen zu den bekanntesten Verkaufsplattformen profitieren, um Logistikprozesse zu automatisieren und wertvolle Zeit und Kosten zu sparen. „Alle cargo-partner-Kunden haben Zugriff auf die SPOT-Plattform, die volle Transparenz beim Transport sicherstellt und ein einfaches Online-Bestandsmanagement ermöglicht. Dank regelmäßiger Status-Updates wissen die Endkunden immer genau, wann ihre Sendung ankommt“, betont Martin Schenzel, cargo-partner Geschäftsführer Österreich.

Das Parcel-Modul der SPOT-Plattform bietet Online-Händlern eine einfache Übersicht über alle Versandoptionen und Paketdienstleister (inkl. Konditionen und Laufzeiten). Dabei können die Händler ihre bestehenden Verträge mit KEP-Anbietern nutzen oder diese Dienstleistungen von cargo-partner bereitstellen lassen, um von Mengenvorteilen zu profitieren. Zusätzlich ermöglicht das Modul auch einen automatischen Druck von Rücksendeetiketten sowie Handelsrechnungen.

Automatisierung unabdingbar.
Schenzel: „Der Einsatz modernster Technologie an unseren Lagerstandorten hilft uns, Prozesse zu automatisieren und das Risiko menschlicher Fehler zu minimieren. Gleichzeitig können wir mit unserer SPOT-Plattform die Kommunikation mit allen Parteien in der Lieferkette – von den Lieferanten unserer Kunden bis hin zu ihren Endkunden – effizienter gestalten und so „blinde Flecken“ vermeiden. So werden Probleme bereits im Voraus erkannt und eine bessere Lieferkettenplanung ermöglicht.“ Die Vorteile liegen klar auf der Hand: „Per EDI oder API können wir unsere IT-Systeme an jene unserer Kunden anbinden, um die Prozesse auf beiden Seiten zu vereinfachen und Zeit und Kosten zu sparen. Auf der anderen Seite binden wir uns auch mit unseren Carriern und Partnern an, um wichtige Informationen schneller oder sogar in Echtzeit zu erhalten“, erläutert Schenzel.

Seit 2000 bereits ist die SPOT-Plattform im Transport- und Logistik-Management im Einsatz. Die Vorteile: durchgehende Sendungsverfolgung, einfaches Kommunikations- und Dokumentenmanagement, umfassende Reporting-Optionen, Echtzeit-Management der Lagerbestände und integrierten Paketversand. Mit dem SPOT-Modul „Purchase Order Management“ können diese Features auch in den Bereichen Einkauf und Produktion genutzt werden.

Innovative Cloudlösung.
Aktuell arbeitet cargo-partner daran, die Cloud-basierte Logistik-Applikation CargoWise im gesamten cargo-partner-Netzwerk in 40 Ländern einzuführen. „CargoWise ergänzt unsere eigene „Visibility & Collaboration Platform“ SPOT und war ganz klar die erste Wahl für die umfassende Funktionalität, Konfigurierbarkeit und Flexibilität, die wir brauchen, um unsere zukünftigen Wachstumsinitiativen voranzutreiben“, freut sich Schenzel und ergänzt: „Wir sehen unsere zukünftige Rolle in der Digitalisierung der globalen Lieferkette nicht in der Entwicklung eigener Standardsoftware, sondern im Ausarbeiten individueller Kundenlösungen, der tiefen Integration und schlussendlich im Aufbau von Clustern künstlicher Intelligenz gemeinsam mit unseren Kunden, wobei viele dieser Cluster untereinander verbunden sein und miteinander kommunizieren werden.“

Trotz allem zählt der Mensch
Geht es nach dem Geschäftsführer, bleibt auch in Zeiten von Digitalisierung und Automatisierung die persönliche Beziehung und Kommunikation mit dem Kunden weiterhin ein Schlüsselfaktor für effiziente und reibungslose Lieferketten. cargo-partner strebt langjährige Beziehungen mit seinen Kunden an und arbeitet in enger Abstimmung mit allen Partnern entlang der Lieferkette, um Logistikprozesse optimal aufzusetzen und kontinuierlich zu verbessern. Die Prozesse müssen dabei standardisiert und solide genug sein, um Automatisierung zu ermöglichen, und gleichzeitig agil und skalierbar genug, um auf unvorhergesehene Ereignisse schnell reagieren zu können. (AG)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


 

Internationaler Transport von Gefahrgütern: Dos and Don‘ts

In Industrie, Handwerk und Forschung wird vielfach mit Stoffen hantiert, die eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen können. Globalisierte Handelsbeziehungen erfordern es, solche Stoffe auch über Landesgrenzen hinweg zu transportieren. Für den Transport dieser sogenannten Gefahrgüter existieren deshalb internationale Vereinbarungen und Richtlinien. Der folgende Artikel bespricht wichtige „Dos and Don’ts“ beim internationalen Gefahrguttransport.

Autor: Paul Fricke.

Was sind Gefahrgüter?

Als Gefahrgüter gelten Stoffe oder Gegenstände, von denen im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen können, insbesondere für

  • die Allgemeinheit
  • wichtige Gemeingüter
  • für Leben und Gesundheit von Menschen
  • für Tiere und
  • Sachen

(vgl. GGBefG, § 2). Beispiele für solche Gefahrgüter sind etwa Sprengstoffe, Lithium-Batterien, Diesel oder Trockeneis. Gefahrgüter werden nach Art der drohenden Gefahr in neun Klassen eingeteilt, dazu zählen z. B. explosive Stoffe, entzündbare Stoffe, giftige und radioaktive Stoffe.

Gefahrgut vs. Gefahrstoff

Im deutschen Sprachraum gibt es einen Unterschied zwischen den Begriffen Gefahrgut und Gefahrstoff. Kurz gesagt: Sobald es um den Transport geht, spricht man vom Gefahrgut. Beschäftigt man sich mit Gefahren, die bei Lagerung und Verwendung entstehen können, dann verwendet man das Wort Gefahrstoff.

Die Regelungen bezüglich der Gefahrgüter beziehen sich dementsprechend auf Verpackung, Beladung und Transport. Für die sachgerechte Lagerung und Entsorgung von Gefahrstoffen hingegen existieren separate Vorschriften, z. B. was den Arbeitsschutz und die Verwendung von Schutzausrüstung angeht.

Je nach Art des Gefahrstoffes bedarf es der geeigneten Schutzausrüstung. (©protecto.de)

Do: den gesamten Transportprozess berücksichtigen

Im Hinblick auf den Gefahrguttransport ist zu beachten, dass hierzu nicht allein der Ortswechsel gehört. Die Regelungen für Gefahrgüter betreffen nämlich auch:

  • das Verpacken, Beladen, Entladen und Auspacken
  • die Übernahme und Ablieferung
  • zeitweilige Aufenthalte im Verlauf der Beförderung
  • das Herstellen und Einführen von Verpackungen und Beförderungsmitteln für die Beförderung von Gefahrgütern

Insofern sind auch bei diesen Tätigkeiten die gesetzlichen nationalen und internationalen Vorgaben zu beachten. Welche Richtlinien hier relevant sind, zeigt der nächste Absatz.

Do: Internationale Richtlinien kennen und beachten

Die Einhaltung der geltenden Richtlinien sollte beim Gefahrguttransport eine Selbstverständlichkeit sein, um sowohl Personen- und Sachschäden als auch hohe Strafzahlungen zu vermeiden. Schon vergleichsweise früh (etwa 1957 für das ADR) wurden hierbei internationale Vereinbarungen getroffen, die dann wiederum im nationalen Recht umgesetzt wurden.

Internationale Regelwerke

Zu den relevanten internationalen Regelwerken zählen:

Allgemein          

  • UN Recommendations on the Transport of Dangerous Goods: internationale Empfehlungen der UN für den Transport von Gefahrgütern

Straße

  • ADR: europäisches Übereinkommen für die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße

Schiene

  • RID: Regelwerk für den internationalen Gefahrgut-Transport mit der Eisenbahn

Schifffahrt

  • ADN: europäisches Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf Binnenwasserstraßen
  • IMDG: Beförderungsvorschriften für Gefahrgüter im Seeschiffsverkehr

Flugverkehr

  • ICAO TI: technische Vorschriften für den Lufttransport von Gefahrgütern
  • IATA DGR: Vorschriften der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung in Bezug auf Gefahrgüter

Die UN Recommendations sind im Gegensatz zu den restlichen Regelwerken rechtlich nicht bindend, sie genießen aber hohe internationale Anerkennung und bilden die Grundlage für andere internationale und nationale Vereinbarungen.

Nationale Regelwerke

Die internationalen Vorschriften wurden in Deutschland auch in nationales Recht übernommen. Die geltenden rechtlichen Bestimmungen sind z. B. geregelt im: Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG), der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB), der Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GbV) sowie der Gefahrgut-Ausnahmeverordnung (GGAV).

Welche Bereiche sind geregelt?

Die Vorschriften im ADR, welches den Gefahrgut-Transport auf der Straße regelt, umfassen z. B. die folgenden wichtigen Bereiche:

  • Kennzeichnung (am Fahrzeug sowie direkt auf der Gefahrgut-Verpackung)
  • technische Anforderungen an Fahrzeug, Behälter und Tanks
  • Verpackung und Ladungssicherung
  • Dokumentation des Transports
  • Schulung des Fahrers bzw. der Fahrerin
  • Notfallausrüstung im Fahrzeug (etwa Schutzhandschuhe, Feuerlöscher)

Ähnliche Regelungen gelten analog auch für den Bahn-, Schiffs- und Flugverkehr.

Do: von Kleinmengenregelung Gebrauch machen

Muss nun ein Malereibetrieb, der Lacke transportiert, den umfangreichen Vorschriften des ADR genügen? Nein, denn es existieren Ausnahmeregelungen für den Transport kleiner Gefahrgutmengen. Gerade für klein- und mittelständische Betriebe ist es wichtig, darüber Bescheid zu wissen.

Hierzu gibt es im ADR die sogenannte 1000-Punkte-Regelung: Je nach Menge und Gefährlichkeit der Stoffe wird ein bestimmter Punktestand errechnet. Bleibt die Ladung unter 1000 Punkten, so ergeben sich bestimmte Erleichterungen für den Transport – der Fahrer bzw. die Fahrerin benötigt z. B. keinen ADR-Schein. Für Handwerksbetriebe gelten aufgrund der „Handwerkerregelung“ weitere Befreiungen.

Don’t: die eigene Rolle verwechseln

Im Gefahrgutrecht sind bestimmte Rollen definiert, die jeweils mit unterschiedlichen Pflichten einhergehen: etwa die Rolle des Absenders, des Auftraggebers des Absenders, des Beförderers, des Empfängers usw.

Beauftragt das Unternehmen eine Transportfirma mit dem Versand, dann ist das Unternehmen meist selbst in der Rolle des Auftraggebers des Absenders und die beauftragte Transportfirma in der Rolle des Absenders. Aber Achtung: Die Rollenverteilung kann je nach Art des Vertrags variieren: Bei einem Transport im Rahmen eines Frachtvertrags bleibt das Unternehmen z. B. selbst in der Rolle des Absenders.

Don’t: Gefahrgüter unnötigerweise auf der Straße transportieren

Das deutsche Gefahrgutrecht sieht vor, dass besonders gefährliche Güter – sofern möglich – nur mit Bahn oder Schifffahrt zu transportieren sind. Der Grund liegt darin, dass auf der Straße statistisch gesehen mehr Unfälle passieren als auf Schienen bzw. auf dem Wasserweg. Die Bahn gilt daher im Vergleich zum Auto als das sicherere Verkehrsmittel.

Von daher ist es empfehlenswert, Gefahrguttransporte vermehrt auf die Schiene zu verlagern, sogar wenn dies per Gesetz nicht vorgeschrieben ist. Dies ist im Sinne einer klimabewussten, nachhaltigen Logistik ohnehin von Vorteil.

Fazit: Internationaler Gefahrguttransport erfordert fachliche Expertise

Der Transport von Gefahrgütern unterliegt, mit guten Gründen, strengen Vorschriften. Um die nationalen und internationalen Regelungen korrekt einhalten zu können, bedarf es hoher fachlicher Kompetenz. Hier kann es z. B. notwendig sein, einen externen oder internen Gefahrgutbeauftragten zu bestellen. Unternehmen müssen in jedem Fall die eigene Rolle im Transportprozess kennen und die damit verbundenen Pflichten sorgfältig erfüllen.

Autor: Paul Fricke ist Experte für den sicheren Umgang mit Stoffen, von denen Gesundheits- und Umweltgefahren ausgehen. Seit 2012 ist er Geschäftsführer des Unternehmens PROTECTO, das sich auf die Planung, Ausstattung und Umsetzung von Gefahrstofflagern für jeden speziellen Bedarfsfall spezialisiert hat – ganz nach dem Motto: Gefahrstoffe-beständig-sicher-lagern.

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


 

eCommerce Day 2022 versammelte Retail Rockstars & Gamechanger in Wien

Mehr als 300 Teilnehmer beim Gipfeltreffen der heimischen eCommerce Branche. Austrian Trustmark Awards an Hornbach, Lampenwelt und Julius Meinl am Graben verliehen.

Beitrag: Handelsverband.

Am Mittwoch, 22. Juni, war es wieder soweit: Das Who is Who der heimischen Handelsbranche kam beim eCommerce Day des Handelsverbandes im Nordlicht Wien zusammen. HV-Präsident Stephan Mayer-Heinisch und HV-Geschäftsführer Rainer Will eröffneten die 22. Ausgabe des wichtigsten österreichischen Onlinehandelskongresses, Puls4-Anchor Werner Sejka moderierte charmant durch das Tagesprogramm. Die Themenpalette reichte von Influencer Marketing im eCommerce über neue Shopsysteme, Nachhaltigkeit als Megatrend und innovative Paymentlösungen bis hin zu Corporate Podcasts, Live Shopping und Retourenmanagement 3.0.Unter dem Kongressmotto #gamechanger sorgten phänomenale Branchenexperten mit ihren Keynotes, Best Practices, im Fireside Chat sowie bei den Podiumsdiskussionen für Begeisterung bei den mehr als 300 Teilnehmer. Live on Stage waren dieses Mal u.a. der YouTube-Star, Influencer und Kabarettist Michael Buchinger, Kunstgenie Marcin Glod, Influencerin Vada Müller sowie Warda Network-Gründer Eugen Prosquill. Die vier Youngster gaben in der Stammtisch-Runde spannende Antworten auf die Frage, wie “Rockstar-Marketing” in der Praxis funktioniert.

Post-Vorstandsmitglied Peter Umundum, Google Österreich-Chefin Christine Antlanger-Winter, shöpping-Geschäftsführer Robert Hadzetovic, Johannes Weinzierl (Hartlauer), Rainer Rauch (Mode Roth), Bernhard Moser(dm), Silvia Kollmann (Mercateo Unite), Eustachius Kreimer (Kastner & Öhler), Harald Gutschi (UNITO/Otto), Diana Cappel (SAP), Rainer Friedl (Emakina), Josef Grabner (LINK Mobility), Nick Holscher (Connected Retail by Zalando), Michael Jahn (FIEGE Austria), Sebastian Hörmann (Palmers), Nikolaus Köchelhuber (EY), Piotr Kwasniak (Mastercard), Christian Steinwender (Concardis Nets Group), Lili Pajer (Google Austria), Christian Pirkner (Blue Code), Michael Sahlender (Mirakl), Stefanie Ahammer (VISA), Lukas Wieser (MyFlexbox) und Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria) sowie Isabel Lamotte (Handelsverband) rundeten das erstklassige Lineup ab. In der traditionellen Startup Session durften Franz Tretter (hello again), Markus Fallenböck (Userwerk), Manuel Messner (Mazing), Annabell Ocsofszki (Youbuyda), Bernhard Reiterer (SignD) und Paul Varga (Playbrush) pitchen was das Zeug hält. Ein Highlight der Veranstaltung war die Verleihung des heiß begehrten Austrian Trustmark Awards 2022 unter der Schirmherrschaft von Mastercard durch Piotr Kwasniak (Head of Business Development Digital, Mastercard) und Rainer Will für herausragende, innovative eCommerce- und Omnichannel-Lösungen.

  • Gewinner in der Kategorie “Best Mobile
  • Performance”: Julius Meinl am Graben.
  • Gewinner in der Kategorie “Best
  • Omnichannel Experience”: Hornbach.
  • Gewinner in der Kategorie “Best
  • Online Shop”: Lampenwelt.

Der Handelsverband und Mastercard gratulieren den drei Gewinnern herzlich.

Der eCommerce Day 2022 wurde großzügig unterstützt von den Platin-Sponsoren Österreichische Post, Salesforce, Sintra Consulting, Google & Mastercard sowie den Gold-Partnern Bluecode, Coeo, CRIF, DHL, Fiege, LINK Mobility, MyFlexbox, Nexi, OÖ Nachrichten, Visa und Zalando Connected Retail. (RED)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


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