Kann wirklich Interventionismus die Rettung sein?

Österreich und viele andere europäische Länder stöhnen unter den Energiepreisen, ein Preisdeckel soll das Problem lösen. Ob das so schlau ist? Die Verhandlungen dazu sind zäh – ebenso wie die der Kollektivvertrags-„Partner“. Erste Streiks lähmen bereits Wirtschaft und Alltagsleben, während man sich in anderen Ländern bereits die Hände reibt: ist Österreich als Industriestandort bald Geschichte?

Redaktion: Angelika Gabor

Beim Blick auf die Energiekostenabrechnung kommt derzeit vielen Österreichern das Grauen. Statt für Geschenke wird bei mehr Haushalten als je zuvor die Weihnachtsremuneration zur Abdeckung laufender Kosten herhalten müssen. Laut aktueller Umfrage des Instituts für Handel, Absatz und Marketing der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz will mehr als ein Drittel (38 %) der Befragten bei Geschenken sparen und weniger ausgeben als zuletzt – und das, wo in der Weihnachtssaison 2021 der stationäre Handel teilweise aufgrund der Pandemie geschlossen war.

Einzelne Bundesländer – wie beispielsweise Wien – haben Unterstützungsprogramme für Private, wie den Energiebonus oder die Energiekostenpauschale. Auf Europäischer Ebene wird weiter um eine Lösung zur Eindämmung der Großhandelspreise für Gas gerungen. Auch beim letzten Treffen der EU-Energieminister im Sonderministerrat kam es (wie erwartet) zu keiner Einigung, zu sehr sind die Standpunkte der Mitgliedsblöcke voneinander entfernt. Damit steht auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder auf dem Spiel, es droht eine industrielle Abwanderung – und damit direkt und indirekt der Verlust tausender Arbeitsplätze.

So prophezeit etwa Harald Mahrer, u.a. Präsident der österreichischen Bundeswirtschaftskammer, dass die Wettbewerbsfähigkeit mit dem Rest der Welt in vielen zentralen Bereichen verloren ginge, wenn nicht rasch gemeinsame Schritte aller EU-Staaten erfolgten. Alternativ müsste es seiner Meinung nach in Österreich ähnlich wie in Deutschland, mit dessen Wirtschaft wir besonders eng verbunden sind, ein nationales Rettungsprogramm geben. Im am 22. November präsentierten Vorschlag der EU-Kommission beinhaltet die Einführung eines „Preiskontrollmechanismus“ im Großhandel: im Unterschied zum von beispielsweise Frankreich, Griechenland und Spanien geforderten absoluten Gaspreisdeckel mit direkter staatlicher Subvention der Verbraucherpreise für Industrie und Haushalte sieht dieser Mechanismus erst dann ein Eingreifen vor, wenn der Referenzmarktpreis für LNG-Gas in den Niederlanden bei 275 Euro pro Megawattstunde liegt – und zwei Wochen lang 58 Euro über der globalen Benchmark.

Das dann vorgesehene automatische Aussetzen des Großhandels mit Gas soll zu einer Marktberuhigung führen. Denn ein absoluter Preisdeckel könnte zu Versorgungslücken führen, wenn Händler aufgrund des aus ihrer Sicht zu geringen Gewinnes die Belieferung einfach einstellen würden, weshalb sich Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien und die Niederlande vehement dagegen aussprechen. Am Schluss war man sich einig, dass man sich nicht einig war – und dass im Dezember der nächste Sonderministerrat zum Thema „Gaspreisdeckel/Marktkorrekturmaßnahme“ stattfindet.

Einzige Ergebnisse: eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für die Erzeugung erneuerbarer Energie und ein Solidaritätsplan, quasi eine Beistandspflicht bei schweren Gasversorgungskrisen. Man hat fast den Eindruck, dass so lange gewartet wird, dass sich das Problem von selbst löst. Vielleicht haben die Entscheidungsträger die Hoffnung, dass Putin sich noch vor Wintereinbruch komplett zurückzieht und erklärt, es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. Die Sanktionen enden, Gas fließt wieder normal, die Preise sinken und alle stoßen mit einem zünftigen Sbiten (traditionelles russisches Getränk auf Honigbasis) auf das gegenseitige Wohl an. Noch ein paar nette Schulterklopfer und der Wiederaufbau kann beginnen.

Mehr Staat vs. freier Markt.
Die erfolgreiche freie Marktwirtschaft beruht darauf, dass Angebot und Nachfrage sich selbst und damit die Preise regulieren. Das stimmt auch, wenn allerdings ein unvorhergesehenes Ereignis wie der Krieg in der Ukraine und damit einhergehendes Chaos auf gewissen Märkten samt eklatanter Verknappung die Preise unverhältnismäßig in die Höhe schnellen lassen, wird der Ruf nach „mehr Staat“ und Regulierung von oben laut. Denn eigentlich soll der Staat im System der freien Marktwirtschaft lediglich die Bürger vor gewaltsamen Angriffen von innen und außen verteidigen.

In gewisser Weise könnte man aber sagen, dass unleistbare Energiepreise ein Angriff auf das Wohl und den Lebensstandard des Einzelnen bedeuten und ein Eingreifen durchaus gerechtfertigt ist. Ähnlich wie früher ein weiser König die Geschicke seiner Untertanen lenkte, wird nun eine staatliche Lösung für wirtschaftliche Probleme herbeigesehnt. Diese Eingriffe weit über die Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit hinaus nennt man Interventionismus. Was verlockend klingt, birgt durchaus Gefahren: der Eingriff in die Preisbildung und Gewinne – Stichwort Übergewinnsteuer – unterbricht den reibungslosen Ablauf der Marktwirtschaftsprinzipien. Was zu mehr Angebot führen soll, kann den gegenteiligen Effekt bewirken und einen ganzen Rattenschwanz an Folgen nach sich ziehen. Im aktuellen Fall würde das bedeuten, dass einfach weniger Gas nach Österreich geliefert wird. Würde die Regierung allerdings die Differenz zum Marktpreis aus Steuermitteln finanzieren, wäre zwar im ersten Moment dem einzelnen Verbraucher geholfen – aber im Endeffekt müssen wir es auf lange Sicht doch durch Steuererhöhungen ausbaden. So schätzt beispielsweise die deutsche Gas-Kommission die Kosten für die geplanten Entlastungen auf etwa 96 Mrd. Euro von März 2023 bis Ende April 2024. Wie man es auch dreht und wendet, die Situation ist verfahren. Gewinnabschöpfungen und Energierationalisierungen sind Gift für den Wirtschaftsstandort – welches Unternehmen siedelt sich freiwillig bei solchen Bedingungen an? Österreich gilt ohnehin als Hochpreisland – hohe Steuern, hohe Lohnnebenkosten. Und der Plafond ist nicht erreicht…

Kollektivvertrag und Streiklust.
Zum Glück leben wir nicht in Frankreich: dort gehen laut Statistik (datawrapper) pro Jahr durchschnittlich 150 Arbeitstage pro 1.000 Beschäftigte durch Streiks verloren. Während es bei unseren deutschen Nachbarn 16 Tage sind, rangiert Österreich aktuell mit 2 Streiktagen am unteren Ende der Tabelle. Sieht man sich die momentanen Kollektivvertragsverhandlungen an, könnte sich dieser Wert bald unangenehm erhöhen. Die Warnstreiks bei Brauern, Personal in Ordensspitälern und den Schienenbahnen (Personen- und Güterverkehr) sind nur der Anfang. Auch wenn in Österreich das Recht auf Streik im Arbeitskampf verfassungsrechtlich geschützt ist (Artikel 11 EMRK), hält sich das Verständnis dafür in der Bevölkerung oft in Grenzen. Sieht man sich die Diskrepanz zwischen den Positionen der Verhandler an, fragt man sich manchmal, in welcher Realität diese sich bewegen. Das Gefühl, dass der Stolz einzelner Beteiligter eine rasche Einigung verhindert, lässt sich nicht so leicht abschütteln. Fast so, als ob eine Gewerkschaft ihre Daseinsberechtigung daraus schöpft, in den Kampf zu ziehen – koste es, was es wolle.

Dabei ist die Ursprungsidee des Kollektivvertrags, der für gewöhnlich zwischen den Fachgewerkschaften des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB) und den Fachorganisationen der Wirtschaftskammer ausverhandelt wird, durchaus praktisch: statt dass jedes Unternehmen sein eigenes Süppchen kochen muss, gibt es eine Leitlinie für die gesamte Branche. Die KV-Verhandlungen für die Metallindustrie, traditionell richtungsweisend für alle rund 450 Verträge, die jährlich neu ausverhandelt werden, hatten ein sattes Plus von bis zu 8,9 Prozent der Ist-Einkommen ergeben. Die Forderungen der Handelsangestellten, Brauer und Beschäftigten der Privatkrankenanstalten liegen bei mindestens 10 Prozent Gehaltsplus. So sehr ich dieses Bedürfnis nach mehr Gehalt nachvollziehen kann – eine tote Kuh kann man nicht melken. Die Auswirkungen der Pandemie sind längst nicht vorbei. Alleine in den ersten drei Quartalen sind in Österreich 3.482 Unternehmen in eine Insolvenz geschlittert, Tendenz steigend. Man darf nicht vergessen, dass die Arbeitgeber ja nicht nur das Gehalt, sondern auch die hohen Lohnnebenkosten stemmen müssen. Ein Hebel, mit dem der Staat übrigens sehr viel bewegen könnte: durch die schon lange geforderte Senkung dieser Nebenkosten könnte man auf einen Schlag die Einkommen erhöhen und sich somit die Regulierung sparen. Durch die damit einhergehende Steigerung der Kaufkraft ist auch der Wirtschaft geholfen – und das ohne Zinsanpassung.

Wirtschaftsstandort sichern.
Im World Competitiveness Ranking des International Institute for Management Development IMD belegt Österreich im Jahr 2022 international Rang 20, Rang 11 in Europa. Das ist um einen Platz schlechter als 2021. Aktuell investiert der Chemieriese BASF gerade 10 Milliarden Euro in einen neuen Verbundstandort in der südchinesischen Provinz Guangdong. Warum nicht in Europa? Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand: Regulierungen im Rahmen des Green Deals der EU, die gestiegenen Energiepreise und das rückläufige Wachstum in Europa machen Werke hierzulande unlukrativ. Andererseits sind Maßnahmen zum Klimaschutz dringend nötig, man kann nicht einfach darauf verzichten. Gesamtglobal betrachtet, ist es wohl egal, wo Emissionen durch Industrieanlagen entstehen. Aber im Hinblick auf den gewohnten Wohlstand können wir es uns in Österreich nicht leisten, sämtliche Produzenten zu vergraulen und somit unzählige Arbeitsplätze zu verlieren. Es ist ein schmaler Grat. Hoffentlich stürzen wir nicht ab. (AG)

LOGISTIK express Ausgabe 5/2022

 

Krisen sind wichtig! Krisen sind Chancen!

Die größte Chance aller Zeiten – Was wir jetzt aus der Krise lernen müssen und wie Sie vom größten Vermögenstransfer der Menschheit profitieren.

Beitrag: Marc Friedrich.

Das Jahr 2020 wird als Beginn einer nachhaltigen Zeitenwende in die Geschichtsbücher eingehen. Durch die Corona-Pandemie wurde uns allen weltweit schmerzhaft bewusst, wie fragil unser hochkomplexes und fortschrittliches Wirtschafts- und Finanzsystem de facto ist. Innerhalb weniger Tage sind die Just-in-time-Produktions- und Lieferketten eingebrochen oder gar komplett zum Stillstand gekommen – und der Auslöser war ein unsichtbares Virus.

Diese Krise hat uns auf harte und bittere Art und Weise deutlich gemacht, dass unser System nicht resilient ist, es hat aufgezeigt welche Schwächen es hat, wie groß die Klumpenrisiken sind und in welchen gefährlichen Abhängigkeiten wir uns in dieser globalisierten Welt doch befinden. Vielen Menschen wurde klar, dass nichts auf alle Ewigkeit in Stein gemeißelt ist. Gigantische Konjunkturpakete der Staaten und billionenschwere Stützungsprogramme der Notenbanken, maßlos überforderte und kopflos-aktivistische Politiker, aber auch leere Regale, stillgelegte Fließbänder, stark ansteigende Kurzarbeiter- und Arbeitslosenzahlen verdeutlichen das historische Ausmaß.

Wenn es auch viele nicht wahrhaben wollen: Wir sind inmitten eines historischen Paradigmenwechsels. So bitter es für viele auch sein mag, aber wir werden nicht mehr in der alten, gewohnten Welt aufwachen und zu unserem alten Leben zurückkehren. Alles wird sich für immer verändern:
• wie wir arbeiten
• wie wir uns in Zukunft fortbewegen
• wie und was wir einkaufen
• wie wir wirtschaften, reisen, denken, leben, bezahlen, investieren
• wie und was wir produzieren

Solche Punkte in der Geschichte bilden das Fundament und sind die Chance für nachhaltige Veränderungen, die die Menschheit aus Bequemlichkeit und Angst niemals freiwillig initiieren würde. Wer in die Vergangenheit schaut, sieht, dass wahre und tiefgreifende Veränderungen immer durch äußere Umstände erzwungen werden. Durch Krisen wird offensichtlich, was ausgedient hat, Altes wird aussortiert und Neues entsteht. Sowohl im Kleinen wie auch im Großen. Nicht nur unser persönliches Leben ist davon betroffen, sondern ganze Branchen, Gesellschaften, politische Systeme und Länder. Erst durch den Klimawandel sind wir gezwungen worden, nach Alternativen bei der Energieerzeugung zu suchen. Dasselbe gilt für Impfstoffe, Medikamente und technische Entwicklungen. Erst wenn der Mensch machtlos ist und keinen anderen Weg mehr sieht, ist er bereit zu wahrhaftigen Reformen und (R)Evolutionen. Krisen beinhalten extreme Risiken, aber auch phänomenale Chancen.

Die Evolution der Menschheit ist geprägt durch Krisen.
Krisen sind essenziell für das Voranschreiten der Menschheit. Der Mensch lernt durch Scheitern – trial and error. Krisen dienen als Sprungbrett für die menschliche Entwicklung. Erst durch eine Katharsis ist die Menschheit bereit, Veränderungen in die Wege zu leiten. Jedem muss klar sein, dass tiefgreifende Transformationen immer mit Verlusten und Wachstumsschmerzen einhergehen. Auch wenn es paradox klingt: Krisen sind wichtig und sie sind große Chancen für die Menschheit. Wir sollten Krisen willkommen heißen und umarmen.
Nach jeder Krise hat die Menschheit sich weiterentwickelt und an Wissen und Wohlstand hinzugewonnen. So wird es auch dieses Mal sein. Der Ökonomen Joseph Schumpeter nennt es die kreative Zerstörung. Eine solche Zerstörung ist notwendig, damit Neues entstehen kann. Je größer eine Krise, desto größer die Chancen, die sie mit sich bringt. Aktuell stehen wir vor dem größten Transformationsprozess unserer Lebzeit. Verschiedene Zyklen enden nun und ein neuer, großer Zyklus beginnt.

Dies hat sich schon in den letzten Jahren bemerkbar gemacht: Wir waren schon vor Corona im Dauerkrisenmodus. Eine Krise wurde durch eine neue und noch größere Krise abgelöst: Finanzkrise, Eurokrise, Flüchtlingskrise, Klimakrise, Demografie-Krise, Autokrise, Wirtschaftsabschwung und Schuldenkrise. Und jetzt kommt gewissermaßen als Brandbeschleuniger noch die Corona-Krise hinzu. Nun sehen wir binnen kurzer Zeit rapide Entwicklungen in vielen Bereichen, und das rund um den Globus. Vor allem Deutschland wird extreme Veränderungen erleben und sollte dies als Erneuerungsprozess begreifen.

Neue Zeitrechnung.
Zu sicher fühlen wir uns in unserem perfekt organisierten Alltag mit ständig geöffneten Supermärkten, permanenter Ablenkung, Berieselung und Beschallung durch iPhone, TikTok, Netflix und Freiheiten, die für uns selbstverständlich sind. Durch die Lockdowns wurde diese sicher geglaubte Welt in ihren Grundfesten erschüttert. Seitdem sind wir in einer Ausnahmesituation und so gespalten wie schon lange nicht mehr.

Die einen haben Angst vor Corona und fürchten um ihre Gesundheit. Die anderen haben Angst vor Arbeitslosigkeit und Insolvenz und fürchten um ihre pure wirtschaftliche Existenz. Wieder andere haben Angst um die Freiheitsrechte und die Demokratie. All diese Ängste sind legitim und verständlich. Sie müssen respektiert und ernst genommen und dürfen nicht ins Lächerliche gezogen werden. Um die Gesellschaft gesunden zu lassen, müssen wir aufeinander zugehen, einander zuhören und andere Meinungen ertragen und respektieren. Leider beobachte ich momentan oftmals genau das Gegenteil: Dass wir uns auseinanderdividieren und Angst voreinander haben – man könnte ja ansteckend sein.

Es ist wichtig, die Fakten objektiv zu betrachten und konstruktive Lösungen aufzuzeigen. Die Politik muss beginnen, uns gegenüber mit der vollen Wahrheit herauszurücken und keine Salamitaktik zu betreiben. Wir wissen bis dato nicht, wie groß der volkswirtschaftliche, aber auch der gesellschaftliche, politische und seelische Schaden ist. Vor allem bei den Jüngsten unserer Gesellschaft dürften die Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung erhebliche Konsequenzen mit sich gebracht haben.

2020 war ein großer Wendepunkt. Die Welt, in der wir in Zukunft leben werden, wird nicht die gleiche sein. Es wird eine komplett neue Zeitrechnung beginnen – unabhängig davon, wie lange uns die Corona-Pandemie noch in Atem hält.

Die Karten werden neu gemischt.
Deutschlands Wirtschaft ist geprägt vom Maschinenbau, von der Automobilindustrie und von anderen Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Allgemein bekannt ist, dass unsere Schlüsselindustrien den einen oder anderen Trend schlichtweg verpennt oder gar ignoriert haben. Erst jetzt durch die Häufung der Krisen wird unsere Wirtschaft gezwungen sein, sich neu zu erfinden oder zu scheitern. Volkswagen hat bereits einen neuen Weg eingeschlagen und setzt voll auf Elektromobilität. Andere versuchen sich am Wasserstoff und Car-Sharing.

Welche Strategie die richtige sein und wer überleben wird, wird sich zeigen. Fakt ist: Nichts zu tun, ist keine Lösung! Stillstand ist Tod! Bewegung ist Leben! Nur Unternehmen und Branchen werden überleben, die den Wandel umarmen und aktiv gestalten. Das gilt für uns alle! Das große Aussieben hat begonnen. Falls wir jetzt nicht den Mut haben, neue Wege zu beschreiten und uns neu erfinden, müssen wir unserem Wohlstand Adieu sagen.

Was tun? Wie kann man als Unternehmen, als Mensch und als Gesellschaft gestärkt aus Krisen hervorgehen und sich darauf vorbereiten? Hier hilft ein seit jeher bestehender Grundsatz: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Diversifikation, Innovation und dezentrale Systeme sind sinnvoll, um die Abhängigkeiten zu reduzieren.

Parallel sollte man sich nicht zu sehr auf die Politik verlassen, sondern selbst aktiv werden. Wahrer Wandel kommt immer von unten, von uns Menschen. Was in der Politik oftmals fehlt, haben wir nun immer mehr in Form von bahnbrechender Technologie: Erstmalig haben wir große Helfer in Form von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz an unserer Seite. Dies alles birgt eine enorme Chance, um die Krisen zu meistern und gestärkt daraus hervorzugehen. Noch nie hatte die Menschheit diese Möglichkeit.

Uns allen muss klar sein: Wenn wir an dem Alten festhalten, so wie es viele Politiker und Entscheidungsträger momentan verzweifelt versuchen und propagieren, wird der Kollateralschaden für uns alle immer größer – wirtschaftlich, monetär, gesellschaftlich und politisch. Dass sich Entwicklungen in Zyklen vollziehen, ist ein Naturgesetz, und diese Zyklen sind nicht zu stoppen. Entweder wir sind bereit, den Fortschritt und die laufende Veränderung anzuerkennen, oder wir werden von ihnen überrollt.

Wir können Krisen nicht vermeiden, wir können sie aber nutzen und daraus lernen. Die Entwicklung der Menschheit ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Aber sie ging immer einher mit Krisen. Krisen sind seit jeher stets Teil der Menschheitsgeschichte gewesen. Je größer eine Krise, desto größer der Sprung nach vorne, den sie ermöglicht. Die kommende Krise hat das Potenzial, einen kompletten Neustart zu initiieren und uns auf eine neue Bewusstseinsstufe zu katapultieren. Denn dieses Mal handelt es sich nicht nur um eine lokale Krise oder die einer Branche oder eines Landes. Dieses Mal ist es eine globale Krise und wir als Menschheit sind gemeinsam zu ihrer Bewältigung gefordert. Das ist anstrengend und neu, aber essenziell für unsere Entwicklung. Wenn wir jetzt die richtigen Entscheidungen treffen, als Menschheit an einem Strang ziehen, Grabenkämpfe beenden, geistige Grenzen abbauen, die Technologie für uns alle einsetzen und nicht dazu, den Profit einzelner Länder, Unternehmen oder sonstiger Akteure zu maximieren, wenn wir jetzt den Mut haben, die richtigen und unbequemen Entscheidungen zu treffen, neue, unbekannte Pfade zu beschreiten und alte Zöpfe abzuschneiden, dann wird für uns alle ein goldenes Zeitalter beginnen. (RED)

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Ein Land im Niedergang: Deindustrialisierung schreitet voran

„Deutschland muss sterben!“ So heißt ein beliebtes Lied der Hamburger Punkband „Slime“ zu dem gerne Pogo getanzt wird. Kann den ein Land sterben? Ja, zuerst seine Wirtschaft und damit auch über kurz oder lang das ganze Land, denn die Wirtschaft ist der Herzschlag eines Landes. Und wenn das Herz stirbt, bleibt alles andere auch stehen. 

Beitrag: Marc Friedrich.

Der Patient „Deutschland“ wurde mit einigen Beschwerden in die Notaufnahme eingeliefert, die sich zuletzt rapide verschlimmert haben und jetzt liegt das Land auf der Intensivstation. Momentan haben wir noch keinen Herztod aber etliche Warnsignale, dass ein akuter und schwerer Herzinfarkt droht.

Wir sehen ein Vorhofflimmern in Form von rasant steigenden Energiepreisen und massiver Verunsicherung der Bürger welche sich durch eine Kaufzurückhaltung ausdrückt.

Ein Herzstolpern durch offensichtlich überforderten Politiker und unverblümter Warnungen von besorgten Branchenvertretern und auch schon einige kleinere Infarkte sind aufgetreten in Form von Kurzarbeit sowie Insolvenzen von ersten Unternehmen. Selbst ein Laie würde attestieren: Es steht nicht gut um den Patienten und akute Gefahr ist in Verzug.

Die Lage spitzt sich immer dramatischer zu. Man muss sich schon die Augen reiben und klar machen, dass man nicht in einem Alptraum gefangen ist. Hätte Ihnen jemand vor wenigen Jahren gesagt, dass wir in Deutschland über Energiekrise, Stromausfälle, Wärmehallen, leere Regale und

geforderte Waffenlieferungen durch die Grünen sprechen würden, hätten sie denjenigen völlig zurecht als Spinner oder Verschwörungstheoretiker abgekanzelt. Doch jetzt sehen wir genau diesen Paradigmenwechsel in einer atemberaubenden Geschwindigkeit und damit einhergehend den Niedergang des Landes. Immer mehr Unternehmen klagen über die hohen Energiepreise und Verbände und Branchenvertreter warnen vor einer Insolvenzwelle sowie einer Deindustrialisierung Deutschlands. 

Denn durch die immens steigenden Energie- und Strompreise geraten nicht nur wir Bürger immer weiter unter Druck, sondern auch die deutsche Wirtschaft und Industrie. Vor allem die energieintensiven Branchen wie Chemie, Glas, Papier oder Metall stehen mit dem Rücken zur Wand. Zunehmend gehen Unternehmen dazu über ihre Produktion zu drosseln, um Kosten zu sparen. Mitarbeiter werden in Kurzarbeit geschickt und Investitionen werden gestoppt. Apropos Investitionen: Ausländische Unternehmen werden es sich zweimal überlegen ob sie im Hochsteuerland Deutschland mit jetzt auch noch Rekordenergiepreisen plus zäher Bürokratie investieren wollen. Ebenso überlegen jetzt schon zehn Prozent der Firmen die Produktion ins Ausland zu verlagern, um die Energiekosten wieder in den Griff zu bekommen. Andere haben schon aufgegeben und die Tore ganz geschlossen bzw. mussten Insolvenz anmelden. Weitere Unternehmen werden leider folgen wenn sich die Situation nicht rasch bessern sollte. Die unvermeidliche Rezession wird die Lage für viele Firmen und Bürger weiter verschlimmern. Der spektakuläre Abstieg Deutschlands wird genauso in die Geschichtsbücher eingehen wie sein Aufstieg durch das Wirtschaftswunder: Vom wirtschaftlichen Powerhouse zu Wärmehallen innerhalb weniger Jahre. 

 

Insolvenz oder Inflation

Wie prekär die Situation ist zeigt der kolossale Anstieg der Erzeugerpreise. Dieser stieg zuletzt im August um 45,8% auf das höchste Niveau seit Datenerhebung 1949! Alleine zum Vormonat ging es um sportliche 7,9% nach oben! Der größte Kostentreiber war die Energie: Kohle, Öl, Gas und Strom haben sich auf Jahressicht mehr als verdoppelt. Besonders drastisch ist der Anstieg von Strom: +174,9%. Die Erzeugerpreise signalisieren weiteres Ungemach denn seit jeher gelten sie als Vorläufer für die Inflation.

Die Unternehmen müssen die steigenden Preise an den Endverbraucher weitergeben ansonsten droht ihnen die Insolvenz. Wenn sie diese weitergeben können, bedeutet dies wiederum weiter steigende Preise also ein anfeuern der Inflation und somit eine weitere Belastung für die Bürger. Dies resultiert dann in einer Kaufzurückhaltung der Konsumenten was man am folgenden Chart schön ablesen kann. Der Konsumklimaindex hat ein Allzeit Negativrekord zu verzeichnen:

 

Beinahe die Hälfte (47,5%) der deutschen Unternehmen werden die Preise erhöhen. In der Lebensmittelindustrie werden fast alle Firmen die Kosten auf die Verbraucher abwälzen.


Sanktionen und Corona-Maßnahmen entfalten ihre volle Wirkung.

Entstanden sind die Gefahrenquellen für den Herzinfarkt der Wirtschaft durch die Kumulation von politischen Fehlentscheidungen der letzten Jahre aufgrund von Hybris, Selbstgefälligkeit und dogmatisch verblendeter Ideologien:

  1. eine komplett fehlgeschlagene und überstürzte Energiewende
  2. Ideologie statt Pragmatismus


Deutschland verkommt immer mehr zum Geisterfahrer und Sonderling.

Nicht nur sind wir das einzige Land in Europa mit Maskenpflicht und Corona Maßnahmen, nein wir sind auch das einzige Land welches sichere und funktionierende Atomkraftwerke abschaltet, während alle um uns herum einschalten und gar neue Atomkraftwerke bauen wollen. Das jetzt auch noch die EU mit der Taxonomie Gas und Atom als „grün“ eingestuft hat, ist ein weiterer Schlag ins Gesicht der deutschen Politik und de facto die totale Bankrotterklärung für die deutsche Energiepolitik der vergangenen Jahre.

  1. Sanktionen gegen einen der Hauptlieferanten von billigen Rohstoffen und Energie
  2. Ungesunde Abhängigkeit von Russland


Die Sanktionen wirken – leider bei uns!

Vorab: Was nicht ein jeder weiß: Die Mehrheit der Weltengemeinschaft macht nicht mit bei den Sanktionen und betreibt weiter fröhlich Handel mit Russland. Dies nimmt dann solche grotesken Züge an, dass wir dann über China oder Indien russisches Gas teuer einkaufen.

Fakt ist: Die Sanktionen sind gescheitert und treffen uns am härtesten, während Putin mit seinen Gas- und Ölverkäufen soviel Geld verdient wie noch nie. Seine Einnahmen aus den Rohstoffverkäufen übertreffen die Kriegskosten bei weitem.

  1. ein gescheitertes Währungsexperiment mit immensen Kosten – finanziell als auch sozial
  2. das ignorieren der Demographie
  3. das Ausruhen auf Lorbeeren
  4. mangelnde Investitionen in Bildung, Forschung, Innovation

All das wird nachhaltig die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gefährden. Ebenso die Versorgungssicherheit und damit unser Wohlstand sowie der soziale Frieden sind dadurch in Gefahr.

Die daraus resultierenden Krisen und Probleme werden dann nur zu gerne von den Brandstiftern selbst mit unseren Steuergeldern „gelöst“, um sich dann selbst auf die Schulter zu klopfen und  sich als Feuerwehr feiern zu lassen. Absurd aber leider wahr! Die Umverteilung und der Sozialismus sind wieder en vogue. Der Bürger mutiert immer mehr zum unmündigen Abhängigen an der Zitze der Politik, der sich dann zweimal überlegt ob er seiner Unzufriedenheit Ausdruck verleiht und in die Hand beißt, die ihn füttert. Aus dem Grund freut sich die Politik über Krisen.

Paradebeispiel für den Abschwung ist das einstige Zugpferd der deutschen Wirtschaft, die Automobilindustrie. 2021 sank schon die Produktion um 11,7%, um jetzt im 1. Halbjahr nochmals 2,9% zum Vorjahr zu verlieren.

Ob unsere Autofirmen den Transformationsprozess vollziehen und überleben, steht in den Sternen. Ebenso, ob die mobile Zukunft tatsächlich elektrisch ist und woher der dafür benötigte Strom (von den Rohstoffen fange ich erst gar nicht an) eigentlich kommen soll? Denn zur Wahrheit gehört auch: Grundlastfähig sind aktuell weder Sonne noch Wind.

Doch nicht nur in der Automobilindustrie sieht es gerade düster aus. Mittlerweile schlägt die Industrie und das Handwerk Alarm. “Vielen steht das Wasser inzwischen bis zum Hals”, so Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Politik müsse hier rasch mit staatlichen Hilfen einspringen, sonst drohe eine Insolvenzwelle im Handwerk.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigt eine Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft BVMW unter 835 befragten Unternehmen in Deutschland. Demnach sehen mehr als 40 Prozent der deutschen Mittelständler ihre Existenz bedroht.

Fakt ist: Wenn Deutschland so weiter macht und sich deindustrialisiert verliert es massiv an Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, was Arbeitsplätze, soziale Sicherheit und Wohlstand kosten wird. Wir müssen jetzt handeln!

Energiepolitische Zeitenwende 

Wir machen immer noch die dümmste Energiepolitik der Welt. Ein gutes Sinnbild ist der verstaatlichte Energieversorger Uniper. Er hatte zu 50% auf russisches Gas gesetzt, was ihm zum Verhängnis wurde und kurz vor dem Bankrott stand. Deutschland teilt dasselbe Schicksal: wir haben ebenfalls zu 50% auf russisches Gas verlassen. Kommt nun die Pleite?

Doch noch hat die Politik Zeit, um den plötzlichen Herztod zu verhindern. Dazu bräuchte es nun aber mehr Realismus und weniger Ideologie und Dogmatismus. Dazu gehört, das Eingeständnis, dass wir weder auf die saubere Atomenergie noch auf die fossilen Energieträger erstmal verzichten können.

Ob sie das tun wird, ist leider eher fraglich. Folgende Punkte wären wichtig um Deutschland autark aufzustellen und eine Versorgungssicherheit für den Wirtschaftsstandort zu garantieren:

  • Den Krieg beenden durch Diplomatie und nicht durch Waffenlieferungen
  • Die bestehenden Atomkraftwerke am Netz lassen und abgeschaltete AKW´s reaktivieren

Den Bau neuer Kernkraftwerke prüfen

– Gasförderung und Gasfracking in Deutschland prüfen

– Kohleabbau wieder starten

– Geld in die Forschung stecken (Speicher, Wasserstoff etc.) 

– Erneuerbare Energien ausbauen 

  • Strategische Vorräte massiv ausbauen
  • Verlässliche Energiepartnerschaften aufbauen
  • Sanktionen beenden

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Blickpunkt Automobilmarkt

Ich möchte Ihnen meine Erfahrungen als mittelständischer Automobilhändler während der Einschränkungen aufgrund von Corona, die aktuelle Entwicklung und meine persönliche zukünftige Prognose für unser Geschäftsfeld aufzeigen.

Gastbeitrag: Geschäftsführender Gesellschafter eines großen Autohauses / HALLO MEINUNG

Unser Unternehmen hat am 12. März 2020 folgende Sofortmaßnahmen aufgrund der steigenden Corona
Infizierten und einem Fall in der Familie eines Mitarbeiters getroffen: Wir haben 50% der Belegschaft zunächst ohne Beantragung von Kurzarbeitergeld im 14-tägigen Wechsel nach Hause geschickt. Das heißt jeder Bereich, Teile, beide Werkstätten, Buchhaltung, Disposition, Verwaltung etc. hat nur noch mit der Hälfte der Mitarbeiter gearbeitet. Das Verkaufspersonal wurde zunächst fast ausschließlich ins Homeoffice geschickt und die Verkäufer haben über Video und Telefonkonferenzen, E-Mail Kundenanfragen bearbeitet.

Durch die Reduzierung der Werkstattkapazitäten wurden nur noch 50% Werkstattaufträge angenommen. Es wurde umgehend eine Maskenpflicht im Unternehmen angeordnet und die jetzt noch gültigen Hygienemaßnahmen (Plexiglaswände, Desinfektionsmittel) angewandt. Zusätzlich wurde jedes Fahrzeug nach einem Werkstattaufenthalt innen desinfiziert. Die Kosten hierfür beliefen sich auf eine hohe 4-stellige Summe.

In den Monaten Januar und Februar lagen unsere geplanten Verkaufszahlen (Neu- und Gebrauchtfahrzeuge) und auch unsere verkauften Stunden in der Werkstatt auf Jahresziel. Ab März 2020 bis heute ist der Werkstattertrag um ca. 30% eingebrochen. Eine Erholung der Werkstattauslastung ist aktuell noch nicht zu erkennen. Der August war aufgrund der Urlaubszeit (viele Kunden sind mit dem eigenen Auto in den Urlaub gefahren) besonders schlecht. Durch die bis dahin wenig gefahrenen Kilometer, vor allem unserer gewerbetreibenden Kunden, haben sich auch die Inspektionsintervalle verschoben. Auch durch die Zunahme von Homeoffice-tätigkeiten, hat es weniger Unfall- und Glasreparaturen gegeben. Die Inspektionsintervalle haben sich verschoben.

Die Hersteller Volkswagen und Audi haben uns mit Sofortmaßnahmen (Zinsaussetzung für Lager und Vorführwagen), Reduzierung der Standards (Vorführwagenverpflichtung, Aussetzung von Revisionen und Audits, Pflichtschulungen) unterstützt. Dies hat uns liquiditätsmäßig sehr geholfen.

Anmerkung: Man muss dazu wissen, dass wir alle Vorführfahrzeuge (z.B. 17 bei Audi) und alle Lagerfahrzeuge (z.B. 29 bei Audi) beim Hersteller bezahlen müssen und so diese Fahrzeugeinkäufe bei der Volkswagenbank finanziert haben. Ebenso müssen wir die Rechnung für Kundenfahrzeuge ab Verlassen des Werks bis zur Auslieferung an Kunde (meist 30 Tage) zwischenfinanzieren. Die Zinszahlungen für die Finanzierung der Fahrzeuge hat die Volkswagen AG zusammen mit der Volkswagenbank bis zum 30.09. übernommen und so mit Sicherheit einige eigenkapitalschwache Unternehmen vor einer Insolvenz bewahrt.

Unser Unternehmen hat seit April 2020 bis einschließlich August 2020 Kurzarbeit umgesetzt und Kurzarbeitergeld beantragt. Die meisten der Mitarbeiter wurden zu 50% in Kurzarbeit geschickt. Vorher wurden alter Urlaub und Überstunden abgearbeitet. Seit September arbeiten wir wieder voll, allerdings nach wie vor mit Maskenpflicht am Arbeitsplatz – auch in der Werkstatt. Sollte sich die Auftragslage in der Werkstatt nicht verbessern werden wir wieder zum Teil in Kurzarbeit gehen müssen. Besonders erwähnenswert war, dass uns 90% der Mitarbeiter freiwillig 8 Tage Urlaub „geschenkt“ haben, um auch ihren Beitrag zu leisten, dass unser Unternehmen weiter gesichert – trotz der Coronakrise – in die Zukunft gehen kann. Diese Bereitschaft unserer Mitarbeiter ihr Unternehmen zu unterstützen ist unbeschreiblich toll und hat die Geschäftsführung zutiefst berührt.

Im Neuwagenverkauf sind die Verkaufszahlen ab April dramatisch eingebrochen. Erst im Monat September sind vor allem durch Aktionen der Hersteller (wir schenken Ihnen die MwSt.) die Zahlen wieder leicht gestiegen. Im Gegensatz zum Vorjahr ist aber der Absatz von Neufahrzeugen in unserem Unternehmen (Audi, VW und SEAT) aber aktuell um ca. 35% gesunken. Auch das Flottenkundengeschäft war rückläufig allerdings nicht so dramatisch wie bei Einzelkunden und kleineren Unternehmen.

Leichte Verunsicherung unserer Kunden, ob man sich aktuell ein eFahrzeug anschaffen soll oder nicht, sind auch aufgrund der staatlichen Förderung für den Kauf von eFahrzeugen zu verspüren gewesen. Eine staatliche Stütze für Fahrzeuge mit Verbrennermotoren ist ausgeblieben. Die Entscheidung zum Kauf eines Neufahrzeugs ist bei vielen Kunden während Corona verschoben worden. Die Nachfrage nach kleineren eFahrzeugen war und ist sehr groß. Allerdings sind unsere Hersteller nicht in der Lage die Fahrzeuge innerhalb von 12 Monaten zu liefern. Ausnahme der I.D.3 der seit Mitte September ohne größere Lieferzeit zu bekommen ist. Wie sich der Absatz bei diesem Fahrzeug entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Die größten Förderprogramme verpuffen aber, wenn die Kunden in unseren oftmals noch familiengeführten Autohäusern nicht die Fahrzeuge kaufen können, für die sie gerne ihr Geld ausgeben wollen. Das ist zwar nicht erst seit Corona so und betrifft auch nicht nur die alternativen Antriebe, weil manche Hersteller schon seit längerem nur einen (Bruch-) Teil ihrer Modellpaletten ausliefern können.

Der Verkauf von größeren und teureren eFahrzeugen (z.B. Audi e-tron ab 80.000,-Euro) läuft aufgrund der fehlenden staatlichen Unterstützung hingegen schleppend, obwohl die Hersteller (Audi) teilweise hohe Verkaufsprämien bereitstellen und auch die Fahrzeuge lieferbar wären.

Aus diesen genannten Gründen hat eine Verlängerung der Leasingverträge bei Privat- und Firmenkunden deutlich zugenommen. Bei Gebrauchtwagenverkauf hat sich die Situation mit der staatlichen Reduzierung der MwSt. auf 16% plötzlich wieder erholt. Die Monate Juli und August liefen überdurchschnittlich gut. Aktuell sind wir beim Absatz auf Vorjahresniveau. Im Monat September haben sich die Verkaufszahlen wieder auf Vorjahresniveau normalisiert. Allerdings sind wir zuversichtlich, dass wir im Geschäftsfeld Gebrauchtwagen eine positive Rendite erzielen werden.

Fazit für 2020: Wir werden aufgrund von Corona einen Gewinneinbruch von 2/3 unseres letztjährigen Gewinns hinnehmen müssen.

Prognose: Durch die zunehmende Arbeitslosigkeit durch Entlassungen (Continental, Fahrzeugzulieferer, Siemens, MAN, Mercedes, Lufthansa etc.), möglich kommende Insolvenzen von Unternehmen und durch die Verlagerung einiger Arbeitsplätze ins Homeoffice ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Verkaufszahlen bis Ende des Jahres, aber vor allem im Jahr 2021 wieder erholen werden.

Zwar versuchen die Fahrzeughersteller mit einer gewissen Euphorie die guten Absatzzahlen der vergangenen Jahre für 2021 herbeizureden und wollen sich und dem Handel einreden, dass sich Corona zumindest wirtschaftlich erledigt hätte, in Wirklichkeit jedoch sehe ich keine Verbesserung des Fahrzeugabsatzes und der Werkstattauftragslage im Jahr 2021. Es ist also damit zu rechnen, dass eigenkapital schwache Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten werden.

Wir als KFZ- Betrieb sind allerdings weiterhin bereit, unseren Beitrag für die Mobilität von morgen zu leisten. Wenn Politik und Hersteller uns denn endlich unsere Arbeit machen lassen.

Gastbeitrag: HALLO MEINUNG / Geschäftsführender Gesellschafter eines großen Autohauses

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 5/2020

Trügerische Sicherheit

Trügerische Sicherheit über die wirtschaftlichen Lage, unbegründete Hysterie über Corona.

Gastbeitrag: Peter Weber & Daniel Matissek.

Wir befinden uns in einer brandgefährlichen Situation, wie wir sie in der Geschichte des Bundesrepublik noch nie erlebt haben: 636.000 Arbeitslose mehr als im August 2019. 5,36 Millionen Deutsche sind in Kurzarbeit, von denen viele mittelfristig ihren Job verlieren werden. Schätzungsweise 800.000 bis 900.000 akute Insolvenzen werden derzeit künstlich in die Zukunft verschoben – dank Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. Diese gilt bis zum 31.12.20, jedoch ist die weitere Verlängerung bis zum 31.3.21 schon beschlossene Sache und es steht zu befürchten, dass die Ausnahmeregelung sogar bis über die Bundestagswahl in einem Jahr prolongiert wird, um die riesige Pleitewelle erst danach losrollen zu lassen.

Ohne die legale Insolvenzverschleppung würde die eigentliche Tragweite der Krise schlagartig sichtbar – denn jede Insolvenz zieht noch weitere nach sich, Forderungsausfälle führen zu einem Dominoeffekt und die Zahl der Arbeitslosen würde nochmals explodieren. Die Folge wären dann keine Berliner Friedens- und Freiheitsdemos mehr, sondern womöglich handfeste soziale Unruhen. Zu dieser brandgefährlichen Lage kommt noch die beschlossene faktische europäische Schuldenunion, die das Vermögen und damit die Aufbauleistungen von Generationen Deutscher vernichtet, um wirtschaftliche marode EU-Südländer zu sanieren. Das kann nicht gut gehen. Erstaunlich ist, mit welcher Leichtgläubigkeit und Gelassenheit die Deutschen mit diesen realen Gefahren umgehen. Man glaubt, die Regierung werde es richten. Mitnichten: Am Ende des Tages müssen wir alle die Rechnung zahlen.

Öffentlich-rechtliche Medien und Politik suggerieren eine trügerische Sicherheit über unsere wirtschaftliche Situation, die jeder Grundlage entbehrt und sehr wohl Anlass zu Sorgen und Angst geben sollte. Doch ausgerechnet hier wird beschwichtigt, während beim Thema Corona, wo eine nüchterne und sachliche Betrachtung überfällig wäre, Panik geschürt wird. Es wird nur noch über „Neuinfektionen“ geredet, obwohl es sich dabei eigentlich nur um „positiv Getestete“ handelt. Wir hören nichts mehr von den tatsächlichen Krankheitsverläufen. Es ist keine Rede mehr von den extrem niedrigen Hospitalisierungsraten. Die Mortalität stagniert, trotz „steigender Infektionszahlen“.

Am 1. September waren in Deutschland 16.697 von 83,5 Millionen Einwohnern „Corona-positiv“, die wenigsten von ihnen mit irgendwelchen Krankheitssymptomen. Das sind 0,02 Prozent – entsprechend einem Fünftel Promille (!) – der Gesamtbevölkerung. Gemessen an den Prognosen und Hochrechnungen aus der Anfangsphase der Pandemie lässt sich sagen: Die Verhältnismäßigkeit fehlt völlig.

Maßnahmen wie der Maskenzwang selbst in Schulen – aktuell bei der Einschulung zu Schulbeginn in Bayern mitzuverfolgen – sind wissenschaftlich und von der Risikolage schlicht nicht mehr zu begründen. Doch nichts wird mehr wird in Frage gestellt, systematisch wird daran gearbeitet, das Geschäft mit der Angst aufrechtzuerhalten. Selbständiges Denken ist offenbar unerwünscht. Hallo Meinung hat sich zum Ziel gesetzt, verstärkt Initiative zu ergreifen und sich politisch und gesellschaftlich noch stärker in die Debatte einzubringen. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 5/2020

Corona-Umfrage: Zufriedenheit mit Covid-Hilfen steigt

800 Unternehmen aus ganz Österreich haben an der zweiten großen Standort-Umfrage der freien Arbeitgeberverbände (Handelsverband, Hoteliervereinigung, Gewerbeverein, Senat der Wirtschaft und Forum EPU) zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie teilgenommen. Das Ergebnis? Die heimischen KMU haben durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise bereits 10% ihres Mitarbeiterstandes verloren. Von den verbleibenden Mitarbeitern war zum Zeitpunkt der Befragung ein Drittel in Kurzarbeit. Für das Gesamtjahr gehen die österreichischen Unternehmen von Einnahmenausfällen im Ausmaß von 39% aus.

Beitrag: Rainer Will.

Wie stark sich die zweite Anti-Covid-Maßnahmen-Welle auf die Umsätze und den Ausblick für das Gesamtjahr auswirkt, ist allerdings noch nicht absehbar. Klar ist eines: Die Bundesregierung muss alle neuen Erkenntnisse zu Covid-19 und zu den wirtschaftlichen Effekten nutzen, um den Schaden möglichst gering zu halten. Besondere Sorge bereitet das Ausmaß der Investitionsrückgänge: Mehr als die Hälfte der geplanten Investitionen wird Corona-bedingt zurückgestellt, im Schnitt liegen die Kürzungen bei 460.000 Euro je Firma. 4 von 10 Unternehmern befürchten, dass es ihren Betrieb zu Weihnachten nicht mehr geben wird.

Besser als noch vor einem Monat bewerten die Unternehmen die Bemühungen der Bundesregierung, den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie entgegenzutreten. Kritisierten bei der ersten Befragungswelle noch 67% der Betriebe die Maßnahmen als praxisfremd, wird nun etwa die neue degressive AfA von 40% der Unternehmen begrüßt, die Investitionsprämie von immerhin 35%. Hier gilt es, der Bundesregierung Dank auszusprechen. Österreich hat die Gesundheitskrise bislang viel besser gemeistert als fast alle anderen Staaten.

Auch was die Bekämpfung der aktuellen Wirtschaftskrise betrifft, wurde in den letzten Wochen an den richtigen Stellschrauben gedreht. Zuletzt wurde beispielsweise auf Empfehlung der freien Wirtschaftsverbände der einmalige 450-Euro-Bonus für arbeitslose Menschen, die Möglichkeit des Verlustrücktrags, die Investitionsprämie in Höhe von 7% sowie das Vorziehen der Einkommenssteuersenkung für die unterste Tarifstufe von 25% auf 20% rückwirkend ab 1.1.2020 beschlossen. Im Sinne der Konsumsteigerung wäre es wichtig, die dadurch erhöhten Netto-Gehälter – und damit das “Mehr” im Börserl – den ArbeitnehmerInnen zeitnah transparent zu machen. So würden die entsprechenden Konsumausgaben bereits jetzt getätigt werden.

4% Differenz bei Mehrwertsteuer zwischen Österreich und Deutschland.
Der Handelsverband empfiehlt überdies die Senkung der regulären Mehrwertsteuer von 20 auf 16% analog zu Deutschland. Der Hintergrund: Mit 1. Juli 2020 wurde in Deutschland der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16% gesenkt. Damit soll der Konsum in der Bundesrepublik gestärkt und die Konjunktur während der Corona-Krise angekurbelt werden. Gleichzeitig hat sich damit jedoch eine neue Problematik für das Steueraufkommen in Österreich ergeben. Durch die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland sind nun viele österreichische eCommerce Händler, welche die bestehende Lieferschwelle von 100.000 Euro Umsatz pro Jahr nicht über-schreiten, im Wettbewerb stark benachteiligt. Sie haben bisher die österreichische MwSt. auch an deutsche Kunden verrechnet.

Um die mit 1. Juli entstandene Wettbewerbsverzerrung auszugleichen, verzichten nun immer mehr österreichische Onlinehändler freiwillig auf die Anwendung der Lieferschwelle, um den niedrigeren deutschen Umsatzsteuersatz verrechnen zu können. Das bedeutet einerseits ein Mehraufwand für die Händler, andererseits entgehen der österreichischen Volkswirtschaft auf einen Schlag Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Daher plädiert der Handelsverband für eine unbürokratische Angleichung an Deutschland im Sinne eines harmonisierten Binnenmarktes

Senkung der Lohnnebenkosten essenziell.
Ein Dauerbrenner bleibt auch die Senkung der Lohnnebenkosten, um den Faktor Arbeit doppelt zu entlasten. Jenen, die einen Arbeitsplatz haben, muss mehr “netto” vom “brutto” bleiben, damit erstens der Konsum angekurbelt wird und es zweitens attraktiv ist, im Job zu bleiben. Österreich ist bei den Lohnnebenkosten derzeit EU-weit Nachzügler.

Nirgendwo in Europa zahlen Unternehmen so viel für ihre Beschäftigten, ohne dass es den Angestellten selbst bleibt. Daher: Runter mit den Lohnnebenkosten, damit die angeschlagenen Firmen die Arbeitsplätze absichern können. Nur so bekommen wir die Arbeitslosen und die Kurzarbeiter wieder in die Firmen. Das ist ein Investment in die künftige Wettbewerbsfähigkeit und in den Arbeitsplatz Österreich.

Generell war die Coronakrise bislang keine Werbung, sich in Selbständigkeit zu begeben, Mitarbeiter anzustellen und damit Verantwortung zu übernehmen. Mit einer stärkeren Verankerung der “zweiten Chance” in staatlichen Corona-Maßnahmen und einer entsprechenden Dotierung könnte jetzt ein wichtiges Signal gesetzt werden, das auch zeitgerecht wirken muss – wenn die Insolvenzregelungen wieder in Kraft gesetzt werden. Förderungen sollten hierbei auch jene betroffenen Betriebe erhalten, die ihren Zahlungsplan im Rahmen einer Insolvenz noch nicht vollständig erfüllt haben – wenn zumindest die Anstrengung nachweisbar ist. Ansonsten gefährden wir den ganzen Unternehmerstand. Jetzt fixieren, 2021 davon profitieren. (RW)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 4/2020

Supply Chain Solutions analysiert Corona-Auswirkungen auf deutschen E-Commerce

Covid-19 hat Deutschland fest im Griff. Von den Pandemie-Maßnahmen ist nicht nur der stationäre Handel im Bereich der nicht lebensnotwendigen Produkte betroffen. Auch der Onlinehandel befürchtet mittlerweile massive Umsatzrückgänge. Um herauszufinden, wie sich der deutsche Markt nach dem Corona-Virus entwickeln wird, hat das eCommerce Competence Center von Arvato Supply Chain Solutions die aktuelle Datenlage mit der Entwicklung in China verglichen und daraus mögliche Szenarien abgeleitet.

Beitrag: Redaktion.

Während für China ein Verlauf mit schneller Stabilisierung realistisch erscheint, wird die konjunkturelle Dynamik hierzulande wahrscheinlich langsamer verlaufen. Denn im Gegensatz zu Deutschland wurde das Maximum der Neuinfektionen in China bereits im Februar erreicht und leichte Erholungstendenzen des Online-Geschäfts sind bereits erkennbar.

Sollte die Anzahl der Neuinfektionen dort weiterhin auf niedrigem Niveau stabil bleiben, gilt für China wie bei der SARS-Epidemie 2003 ein Verlauf mit einem kurzen Einbruch der Wirtschaftsaktivität, der schnell wieder aufgeholt werden kann. Mit wachsender Zuversicht und gelockerten Pandemie-Maßnahmen ändert sich auch das Shopping-Verhalten der chinesischen Konsumenten. Sie kaufen neben dem Notwendigsten auch wieder Fashion- und Beauty-Produkte.

Für den deutschen Onlinehandel sind nach Ansicht der Arvato-Experten vor allem die kommenden beiden Wochen entscheidend. Denn je nach Entwicklung der Neuinfektionen wird sich zeigen, ob und wie schnell sich der Onlinehandel 2020 erholen kann. Auf der einen Seite lassen die aktuell sehr hohen Infektionszahlen einen baldigen Peak vermuten, der als Hinweis auf einen ähnlichen Verlauf wie in China gedeutet werden kann. Doch das Hoch der Ausbreitung könnte auch erst Ende April oder Mai erreicht werden.

„Sollten die aktuellen Beschränkungen in Deutschland noch für weitere vier bis sechs Wochen bestehen bleiben, werden sich Konsumenten auch weiterhin nur auf die wesentlichen Einkäufe beschränken, weil große Unsicherheiten bezüglich des Arbeitsmarktes bestehen“, sagt Franziska Kier, Senior Consultant beim eCommerce Competence Center.

„Das könnte für viele kleinere und mittelständische Unternehmen Personalentlassungen oder sogar die Insolvenz bedeuten, was zu einer deutlich langsameren und unvollständigen Erholung des Onlinehandels in 2020 führen würde.“ Im Fashion-Bereich wäre davon vor allem das High Street Segment betroffen, während bei Beauty-, Sport- und Luxusprodukten eine schnellere Stabilisierung erwartet wird.

Die vollständige Analyse steht hier zum Download bereit: https://arva.to/eccde. Unter dem Download-Link erhalten Sie zukünftig ein wöchentliches Update des eCommerce Competence Centers zur weiteren Marktentwicklung. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2020

Hallo Meinung – Die Unruhe in Deutschland wächst.

Die Unruhe in Deutschland wächst. Seit Bundesregierung und Landesregierungen das öffentliche Leben komplett heruntergefahren haben, hat sich Vieles verändert.

Beitrag: Redaktion.

Die Zahl der Arbeitslosen und Kurzarbeiter ist explodiert. Die Unternehmen ächzen unter den Maßnahmen, die Infektionsketten unterbrechen sollen. Manche Branchen – Reiseveranstalter, Hotels und Gaststätten – stehen vor dem vollständigen Zusammenbruch. Und komplett überforderte Regierungsmitglieder wie Familienministerin Giffey von der SPD fordern allen Ernstes, Nothilfe für Unternehmen nur dann zu gewähren, wenn diese die Frauenförderung ausweiten. Gleichzeitig wird in Mecklenburg-Vorpommern eine Frau Borchardt von der DDR-Nachfolgepartei zur Verfassungsrichterin gewählt, die DDR -Diktatur nicht als „Unrechtsstaat“ bezeichnen will. Gewählt wurde sie mit den Stimmen von SPD und CDU. Das kann man sich alles gar nicht ausdenken. Aber es passiert.

Das bürgerliche Internetportal HALLO MEINUNG des fränkischen Bauunternehmers Peter Weber plant keine neue Partei. Sein Ziel ist es, dem medialen Mainstream etwas Starkes entgegenzusetzen. Hier bekommen Meinungen eine große Bühne, die anderswo aus dem öffentlichen Diskurs gedrängt werden – sowohl politisch als auch medial.

Seit Wochen demonstrieren Tausende überall in Deutschland gegen die Einschränkung von Bewegungs- und Meinungsfreiheit. Sie wollen Demokratie und Rechtsstaat verteidigen. Und wenn sich auch hier und dort in den Großstädten politische Extremisten und Verschwörungstheoretiker unter die Versammlungen mischen, um ihr Süppchen zu kochen, so treffen sich doch sicher 90 Prozent ganz normale Bürger bei den Veranstaltungen, die Angst vor der eigenen Zukunft und der ihrer Kinder zum Ausdruck bringen.

Die Polizei geht dabei immer wieder ruppig gegen die Protestler vor, etwa in Berlin, wo die frühere DDR-Bürgerrechtlerin und SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Barbe (69) aus einer Demonstration von mehreren Polizisten gezogen und abgeführt wurde.

HALLO MEINUNG begleitet all das publizistisch mit engagierter und fairer Berichterstattung. Vor zwei Wochen mischte sich Peter Weber mit seinem Team erstmals unter die Demonstranten, um sie zu unterstützen – in Schmalkalden im schönen Thüringen. Dort versammelten sich 1.200 Bürger zu einem “Abendspaziergang” gegen den anhaltenden Lockdown des öffentlichen Lebens.

Auch die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld kritisierte dort mit deutlichen Worten, dass Kritik am Kurs der Bundesregierung von den großen Medien und der Politik mit Begriffen wie Verschwörungstheoretiker, Rechte, Aluhutträger, oder gar Rechtsradikale belegt würden.

Es sei heute klar, dass die Maßnahmen aufgrund einer Fehlprognose getroffen wurden. Die leergeräumten Intensivstationen blieben weitgehend leer, weil notwendige Operationen an Krebspatienten und anderen akuten Fällen nicht durchgeführt werden konnten. Die Sterberate in Deutschland lag im März unter der Sterberate des Vorjahres und noch erheblicher unter der Sterberate von 2018.

Mit klaren Worten kritisierte Lengsfeld, die selbst aus Thüringen stammt, die zunehmenden gewalttätigen Angriffe der linksextremen “antifa”: angezündete Autos, zerbombte LKWS, zerstörte Büros, Anschläge auf Wohnhäuser, ins Koma geprügelte Menschen.

Der bekannte Kabarettist und frühere “Polizeiruf 110-Kommissar” Uwe Steimle aus Dresden begeisterte seine Zuhörer als Imitator von Erich Honecker im beigefarbenen Anzug und mit Hut. Er werde immer wieder gefragt: “Wir habt Ihr das eigentlich geschafft, 30 Jahre nach der Wende den Sozialismus in ganz Deutschland einzuführen?” Die Antwort gab er selbst: “Mit der Angela Merkel, einer Aktivistin der letzten Stunde….”

Zum Abschluss wurde es noch einmal ernst. Peter Weber beklagte die fehlende Diskussionsbereitschaft in Deutschland. Immer sei alles “alternativlos”, seit der Bankenkrise 2008 bis zur Corona-Krise heute. Und neuerdings würden politische Entscheidungen in unserem Land von Virologen getroffen. Weber sagte unter starkem Beifall: „Wäre Deutschland ein Unternehmen, dann hätte es längst Insolvenz anmelden müssen.“
(KK)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 3/2020

error: Content is protected !!