Mehr Platz für Onlineshop bei Gebrüder LIMMERT

An seinem Standort wachsen, den Output bei gleichbleibender Flexibilität erhöhen und Artikel deutlich dichter einlagern: Das sind die Ziele, mit denen die Salzburger Gebrüder LIMMERT AG ihr Versandlager am Stammsitz vergrößert. Herzstück der Erweiterung wird eine AutoStore-Anlage von Reesink Logistic Solutions Austria (RLS).

Beitrag: Redaktion.

Der Elektrogroßhändler zählt zu den größten Anbietern in Österreich und setzt traditionell auf Innovationen. Mit spürbarem Erfolg: Unter anderem durch den schnell wachsenden Online-Shop nähert sich das Versandlager seiner Kapazitätsgrenze. Deshalb hat das Unternehmen entschieden, die Lagerkapazität am Firmensitz in Salzburg auszubauen. Besondere Herausforderung dabei: Der Boden auf dem Grundstück der Gebrüder LIMMERT AG ist besonders weich und kann nur begrenzte Lasten tragen.

Ein Ausbau innerhalb des Bestandsgebäudes kam deshalb nicht in Frage. Auch für einen Neubau müssen wichtige Grundregeln beachtet werden. Um die Baustatik robust auslegen zu können, müssen für ein neues Gebäude Betonsäulen im Untergrund verankert werden, die das Fundament tragen und die Flächenbelastung verringern. Weil dieses Vorgehen deutlich aufwendiger als ein Standardbau ist, hat sich LIMMERT für ein kleines Gebäude mit besonders kompaktem automatischem Lagersystem entschieden.

Viele Artikel, wenig Raum, hohe Effizienz.
In dem 1.000 Quadratmeter großen Neubau installiert RLS eine AutoStore-Anlage mit einer Grundfläche von 800 Quadratmetern. Durch dieses System kann LIMMERT seine Lagerfläche um 28.000 zusätzliche Lagerplätze mehr als verdoppeln. Das gelingt, weil AutoStore die größtmögliche Lagerdichte erreicht. Auf dieser Grundfläche werden 28.000 Behälter lagern. Für die Kommissionierung hat RLS 28 Roboter und sechs Carousel Ports vorgesehen, die jeweils einen Durchsatz von bis zu 400 Behältern pro Stunde erlauben. Zu einem späteren Zeitpunkt kann LIMMERT noch einen weiteren Port ergänzen. Der dafür benötigte Frame wird bereits bei Installation der Anlage eingebaut. „Mit dem AutoStore stellen wir auch die Kommissionierung auf das Prinzip Ware-zur-Person um“, berichtet Alexander Stabauer, der die Logistik von LIMMERT leitet. „So kann das Unternehmen seine Versandaufträge deutlich schneller bearbeiten, gleichzeitig sinkt das Risiko für Fehlpicks und andere Prozessfehler“, erklärt Markus Grabner, Senior Sales Manager von RLS. Von diesem Verbesserungspotenzial ist auch Alexander Stabauer überzeugt: „Wir haben uns für die Zusammenarbeit mit RLS entschieden, weil sie als Marktführer in der DACH-Region die meiste Erfahrung mit Auto-Store-Systemen haben.“

AutoStore der Gebrüder LIMMERT AG in Zahlen:

  • 800 Quadratmeter Grundfläche
  • 28 Roboter
  • 6 Carousel Ports (1 Erweiterungsframe)
  • 28.000 Behälter
  • 800 Behälterandienungen pro Stunde

Mit über 25.000 lagernden Artikeln und über 14.200 m² Gesamtfläche ist die Gebrüder LIMMERT AG einer der großen österreichischen Elektrogroßhändler mit Sitz in Salzburg. Die langjährige Erfahrung auf einem sich ständig verändernden Markt ermöglicht LIMMERT ein flexibles Reagieren auf neue Technologien
und Produkte, sowie die konsequente Umsetzung der Wünsche ihrer Kunden.

Die langjährigen Beziehungen und der persönliche Kontakt zu den Kunden des Unternehmens begründen die Motivation für täglich vollen Einsatz. Sowohl die Prozesse als auch die Organisation sind danach ausgerichtet, Geschäftspartner bestmöglich zu betreuen. Beweglich, immer wieder neu und doch beständig und damit wieder erkennbar: die Gebrüder LIMMERT Aktiengesellschaft. (RED)

 

LOGISTIK express Journal 5/2021

LOGISTIK express Journal 5/2021

Nun ist es soweit, wir haben den nächsten und vierten Lockdown und bekommen demnächst eine Impfpflicht, dank unfähiger Regierung. Doch sollten wir uns jetzt von Politik / Medien nicht spalten lassen und im nächsten Jahr besonders darauf achten. Denn die kommenden Monate werden nicht einfacher… Lesen Sie jetzt über aktuelle wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie Lösungsansätze von Unternehmen zu Industrie/Handel, Umwelt und Logistik.

Wir würden uns freuen, Ihr Unternehmen promoten zu dürfen. 40.000 LeserInnen informieren sich monatlich crossmedial zu Unternehmen, Produkte, Dienstleistungen. Holen Sie sich Ihren Informations- und Wettbewerbsvorsprung. Bleiben Sie mit Ihrer App – MJR Media World – allzeit bestens informiert.

INHALT

03 Inhalt / Editorial / Impressum
04 Setzt der Erpressbarkeit ein Ende!
06 Und wieder ein Lockdown. Ist der Handel noch zu retten?
12 TECH DAY 2021
14 Paketversand mit Öko-Touch
18 Smarte Logistik 4.0.
28 Neue Erwartungen an die Intralogistik
30 55.000 Paar Laufschuhe pro Tag
34 Mehr Platz für Onlineshop bei Gebrüder LIMMERT
36 Schwerlastverschieberegalanlage mit 41.000 Paletten-Stellplätzen
38 Die Zukunft des (E)Commerce als Game-Changer
42 A1 Promotion (Coming soon)
44 Neues Einkaufserlebnis dank Augmented Reality
48 Darum bleibt der Mensch für die Industrie 4.0 unentbehrlich
50 Fly.Bot – Drohnen in der Logistik
54 Künstliche Intelligenz trifft proaktive Aussagen über Logistikprozesse
58 Klimawandel: Nachhaltige Logistik
62 Renaturierung oder aquatischer Exorzismus?
66 Die Inflation ist da und bleibt!
70 Aktionscode

 

LOGISTIK express Journal 5/2021

ECOMLOG21: „Automatisierung in nicht gekanntem Ausmaß“

Der 6. eCommerce Logistik-Day widmete sich wieder der Zukunft des Online-Handels und bot neben spannenden Diskussionen konkrete Lösungsansätze für die Bereiche Intralogistik und den Paketversand. Als Hybrid-Event war er nur für einen exklusiven Teilnehmerkreis in den Räumen des Österreichischen Handelsverbandes live erlebbar. Sämtliche Vorträge und Podiumsdiskussionen wurden jedoch aufgezeichnet und sind in voller Länge abrufbar.

Redaktion: Marcus Walter.

Nur in den Pausen spürte man den Unterschied: Als Hybridveranstaltung zählte der 6. eCommerce Logistik-Day (eComLog21) am 9. September naturgemäß nur wenige Teilnehmer. Corona forderte von dem traditionellen Event in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal seinen Tribut, was der Qualität der gebotenen Inhalte aber nicht schadete. Lediglich das Networking zwischen den spannenden Vorträgen litt aufgrund der geringeren Zahl potenzieller Gesprächspartner. Auf der Bühne zeigte sich hingegen das gewohnte Bild: Wie immer führte Moderator Bernd Kratz mit großem Sachverstand durch den Nachmittag und sorgte vor allem während der zwei Podiumsdiskussionen mit fundierten Fragen für angeregte Gespräche. Der geschäftsführende Gesellschafter der Management-Beratung EMA ist zugleich Mitgesellschafter des Instituts des Interaktiven Handels IDIH, einem der eComLog-Kooperationspartner.

New Digital Deal für die Zukunft des Handels.
Der 6. eCommerce Logistik-Day beleuchtete die beiden Themenbereiche Online- und Offline-Handel sowie die Intralogistik. In seiner Keynote forderte Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands Österreich, einen „New Digital Deal“ als Zukunftskonzept für den Handel nach der Coronakrise. Zu den Megatrends gehören die Sektoren Sicherheit und Gesundheit. Überzeugende Lösungen in der Bekämpfung von Cyber-Kriminalität, mehr Datenschutz, das Verhindern von Blackouts, der Schutz digitaler Identitäten sowie die Blockchain-Technologie werden den Handel stark beschäftigen. Gleiches gilt für die Neo-Ökologie mit ihren Themen Regionalität, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Green Commerce, Zero Waste oder Minimalismus. Als dritten Megatrend nannte Will die Konnektivität. Hierunter versteht er unter anderem die weiter zunehmende Bedeutung des Omnichannel-Vertriebs sowie das konsequente Fokussieren auf den Kunden und die „Customer Journey“.

An die Regierung appellierte Will, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einigen Punkten angepasst werden müssten. Zu den Forderungen seines Verbands gehören deshalb eine Senkung der Lohnnebenkosten und die Durchsetzung der globalen Mindeststeuer und mehr Steuergerechtigkeit. Als Beispiel für die derzeitigen Missstände nannte er Amazon. Der Konzern habe in den letzten 10 Jahren Steuergutschriften für seine Geschäfte außerhalb der USA in Höhe von 13,4 Mrd. EUR kassiert.

Nachhaltigkeit bleibt Dauerthema.
Im Anschluss startete die erste Podiumsdiskussion: Sie ging der Frage nach, wie sich der Handel vor dem Hintergrund der Pandemie in Zukunft entwickeln wird. Einigkeit herrschte darüber, dass der Wunsch nach Nachhaltigkeit auch nach der Pandemie eine tragende Rolle bei den Verbrauchern spielen wird. „Viele haben geglaubt, das Thema Nachhaltigkeit würde im Zuge der Coronakrise zugunsten der Wirtschaftlichkeit wieder verschwinden“, betonte Roman Stiftner, Präsident der Bundesvereinigung Logistik Österreich. Diese Einschätzung sei jedoch fatal und jedes Unternehmen sei gut beraten, sich ernsthaft mit der Nachhaltigkeit seiner Produkte und Lieferketten auseinanderzusetzen. „Das Thema Nachhaltigkeit wird bleiben,“ so Stiftner.

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Krise sei die mangelnde Resilienz der bestehenden Lieferketten, die zum großen Teil von Lieferungen aus China abhängen. Das habe man am Beispiel der Antibiotika gesehen, die überwiegend in China produziert werden und zwischenzeitlich nicht mehr lieferbar waren. In Zukunft müssten die Lieferketten wieder unabhängiger von China werden.

Bezüglich Nachhaltigkeit und Resilienz ist man bei der Modekette C&A schon einen großen Schritt weiter: Norbert Scheele, der bei C&A die Geschäfte in Österreich sowie Ost- und Südeuropa verantwortet, berichtete von einer neuen Produktionsanlage seines Unternehmens für Jeanshosen in Deutschland. „Wir haben uns vor drei Monaten entschlossen, eine Jeans-Fabrik in Mönchengladbach zu bauen“, bestätigte Scheele. Durch die regionale Herstellung verbessere sich zugleich die Zuverlässigkeit und die Ökobilanz, da weite Transportstrecken vermieden werden können.


Verstärkter Einkauf in Europa.

Auch beim weltweit agierenden Möbelhaus IKEA denke man über eine geänderte Einkaufsstrategie nach. „Wir sehen Tendenzen, dass wir verstärkt in Europa einkaufen werden“, erklärte Claes Axel Lindgren, Country Customer Fulfillment Manager bei der IKEA Möbelvertrieb OHG in Vösendorf.

Von einem ähnlichen Vorgehen berichtete Andrea Heumann, Mitglied der Geschäftsleitung der Thalia Buch & Medien GmbH mit Sitz in Linz. Im Buchbereich sei die Lieferkette zwar nicht bedroht gewesen, aber in anderen Sortimentsbereichen wolle man künftig „vermehrt auf Partner in Europa setzen, um die Lieferwege zu verkürzen“, so Heumann. Ziel sei ein guter Lieferanten-Mix, um in Krisensituationen flexibler aufgestellt zu sein.

Simon Hotinceanu, Experte für die Logistik-Steuerung bei der UNITO Versand & Dienstleistungen GmbH aus Salzburg sieht hingegen „eine weitere Zunahme der globalen Verflechtungen“. Dies gelte zumindest für kritische Bereich wie die Produktion von Mikrochips.


Nicht auf einzelne Partner verlassen.

Um die Konsequenzen aus der Corona-Krise ging es anschließend auch im Vortrag von Günter Birnstingl, Managing Director Austria der Berliner Seven Senders GmbH. Der frühere DHL-Manager betonte, dass die europäischen Paketdienstleister durch die rapide Zunahme des Sendungsaufkommens zunehmend unter Druck geraten.

„Dieser Trend ist auch schon ohne Covid dagewesen,“ stellte Birnstingl fest. Umso mehr komme es jetzt darauf an, sich in der internationalen Paketlogistik nicht auf einzelne Dienstleister zu verlassen, sondern mit mehreren Unternehmen zu kooperieren. Hier bietet Seven Senders eine sichere und komfortable Lösung, mit der Versender über eine zentrale Plattform mit vielen Anbietern zusammenarbeiten können.

Seven Senders ermöglicht den Zugang zu mehr als 100 Firmen, so das für jedes Land und jeden Bedarf die jeweils bestmögliche Versandform gewählt werden kann. Zu den Auswahlkriterien gehöre nicht zuletzt auch der CO2-Ausstoß. In diesem Zusammenhang wies Birnstingl darauf hin, dass bereits 57 Prozent der Versender bereit seien, einen Aufpreis für klimaschonende Transportlösungen zu bezahlen.

 

Intralogistik.
Mit seinem Vortrag über „Geschwindigkeit, Flexibilität und Skalierbarkeit als Wettbewerbsvorteil in einer dynamischen Handels- und Logistikwelt“ wechselte Joachim Kieninger das Thema von der Paket- zur Intralogistik. Der Director Strategic Business Development bei der Element Logic Germany GmbH veranschaulichte am Beispiel des automatischen Lager- und Kommissioniersystem AutoStore, wie schnell sich Versender auf veränderte Marktanforderungen einstellen können. Anhand mehrerer Kundenbeispiele und einem Video machte Kieninger klar, warum im Kleinteilebereich derzeit niemand an einer AutoStore-Lösung vorbeikommt. Zu den Vorteilen der norwegischen gehört die beliebige Skalierbarkeit der Lösung innerhalb kürzester Zeit. Dies kann zum Beispiel durch einen Anbau des Rasters oder durch den Einsatz zusätzlicher Roboter geschehen.


Kapazitäten mieten statt Kaufen.

Dass man diese Roboter nicht gleich kaufen muss, sondern bei saisonalen Spitzen auch mieten kann, erläuterte Markus Grabner in seinem anschließenden Vortrag, bei dem es ebenfalls um die Effizienz und Flexibilität der Auto-Store-Lösung ging. Grabner ist Senior Sales Manager bei der Reesink Logistic Solutions Austria. Reesink ist weltweit der erste von AutoStore lizensierte Distributor, der die flexiblen Roboter von AutoStore offiziell vermieten darf.

Kurzfristig ausgefallen war der Vortrag von Roman Schnabl, Vice President der KNAPP AG. Hier zeigte sich ein großer Vorteil von Hybrid-Veranstaltungen, denn dieser Teil konnte innerhalb der nächsten Tage via Zoom nachgereicht werden. Schnabl berichtete über Trends in der Value Chain und Logistik und beantwortete die Frage, wie KI-basierte Technologie die Welt der intelligenten Logistik verändert. „Schon heute können unsere Pick-it-easy-Robots mit Hilfe künstlicher Intelligenz und einer gemeinsam genutzten Cloud voneinander lernen, um so die Qualität der Prozesse kontinuierlich zu steigern“, berichtete Schnabl. Dabei handele es sich nicht um Zukunftsvisionen, sondern um „reale Lösungen, die bereits weltweit im Einsatz sind“.

Handel in China: Mehr als 50 Prozent digital.
Von der Intralogistik zurück zur Versandlogistik beförderte anschließend der Vortrag von Walter Trezek, der Vorsitzende des beratenden Komitees des Weltpostvereins. Mit Blick auf andere Kontinente prognostizierte Trezek ein weiter anhaltendes starkes Wachstum der Paketlogistik.

„In China werden bereits mehr als 50 Prozent des Einzelhandels digital abgewickelt,“ berichtete Trezek. Alles, was online verkauft und zugestellt werden kann, werde früher oder später über diesen Vertriebsweg laufen. Vor allem wies der langjährige Post-Experte darauf hin, dass sich Versender auf neue gesetzliche Anforderungen einstellen müssen. Konkret gehe es um die verpflichtende Bereitstellung von Daten vor dem Versand, wodurch Zustelleffizienz und Nachhaltigkeit steigen werden.

„Diese Regelung gilt seit Juli 2021 für Warensendungen innerhalb Europas“, betonte Trezek. Als letzter Referent des Tages informierte Florian Seikel, Geschäftsführer der Logistic Natives über ein Pilotprojekt, mit dem osteuropäische Staaten einen vereinfachten Marktzugang zur EU erhalten sollen. Die Logistic Natives haben dafür ein virtuelles Warenhaus konzipiert, mit dessen Hilfe lokale Produkte aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien in der EU angeboten und vermarktet werden können.


Mehr Nähe zur EU.

Bei der Pilotlösung handelt es sich um ein virtuelles Lager beziehungsweise einen digitalen Katalog lokaler Waren. „Die Lösung bietet Verkäufern einen zentralen Ort zur Eingabe von Daten, die Zoll- und Transportdienstleiter für den grenzüberschreitenden E-Commerce benötigen“, erklärt Seikel. Nicht zuletzt sollen die genannten Länder Armenien, Aserbaidschan und Georgien durch das Projekt schrittweise an die EU herangeführt werden.

Nach seinem Vortrag stand Seikel gemeinsam mit Kieninger, Grabner und Trezek für die zweite Podiumsdiskussion zur Verfügung. Diese stand unter dem Titel: „Nach der Pandemie ist vor der Pandemie – wie wird sich die Logistik auf zukünftige Notsituationen vorbereiten“. Moderator Bernd Kratz formulierte daraus die Frage, ob es in der Handelslogistik künftig weniger um Kostensenkungen als vielmehr um das Bewältigen der enormen Sendungsmengen gehen werde. Nach Meinung von Joachim Kieninger träfe diese Einschätzung „den Nagel auf den Kopf“. Der Intralogistik-Spezialist berichtete, dass er für seine Kundenprojekte nur noch selten Amortisationsrechnungen aufstellen müsse. „Treiber sind heute ganz andere Dinge: Da geht es vor allem um die mangelnde Verfügbarkeit von Mitarbeitern oder das Einhalten von Mindestabständen aus Gründen des Infektionsschutzes“, erklärte Kieninger. In beiden Fällen sei Automatisierung die passende Antwort, um nicht zuletzt auch die steigenden Sendungsmengen bewältigen zu können.

30 Prozent Kosteneinsparung auf der letzten Meile.
Auch für die letzte Meile sei eine zunehmende Automatisierung die passende Lösung. „Wir werden eine Automatisierung der letzten Meile in nicht gekanntem Ausmaß erleben“, prognostizierte Walter Trezek. Demnächst würden die Zustellfahrzeuge automatisch vorgeladen vom Fahrer übernommen. Der Zusteller müsse sich im Fahrzeug mit seinem mobilen Datenterminal identifizieren, bevor die dynamische Routenplanung und anschließend die Auslieferung gestartet werde. Außerdem werde der Fahrer durch Roboter unterstützt, die ihm schon das nächste Paket bereitlegen würden. Nach dem Beenden der Tour kann der Fahrer im Hub das nächste vorgeladene Fahrzeug übernehmen und eine zweite Tour beginnen. „Das ist keine Zukunftsmusik“, betonte Trezek, der das enorme Kosteneinsparpotenzial verdeutlichte. „Die letzte Meile verursacht derzeit noch rund 45 Prozent der Zustellkosten. Diese lassen sich um 30 Prozent reduzieren“, ist Trezek überzeugt.

Die weitere Diskussion brachte noch zahlreiche andere Aspekte der notwendigen Automatisierung in den Bereichen Intra- und Zustelllogistik hervor. Bei Interesse können beide Podiumsdiskussion und sämtliche Vorträge des 6. eCommerce Logistik-Days in vollständiger Länge abgerufen werden.
(MW)

Mehr auf https://www.logistik-express.com/ecommerce-logistik-day/

 

LOGISTIK express Journal 4/2021

ECOMLOG21: Pandemie als Entwicklungs-Motor für die Logistik

Beim 6. eCommerce Logistik-Day 2021 Anfang September dreht sich alles um die pandemiebedingte Beschleunigung technischer und organisatorischer Entwicklungen in der Intra-, Distributions- und Versandlogistik. Wie schon im Jahr 2020 wird die Veranstaltung als Hybridform stattfinden.

Redaktion: Angelika Gabor.

Vor einigen Jahren noch undenkbar, hat sich die Hybrid-Form des Business-Events als voller Erfolg erwiesen. Am 9.9.2021 findet der 6. eCommerce Logistik-Day in Wien beim österreichischen Handelsverband statt. Kooperationspartner ist wie gewohnt neben dem Handelsverband auch das IDIH Institut des Interaktiven Handels. Durch die Veranstaltung führen wird wie bisher der Mit-Initiator des eCommerce Logistik-Tages, Bernd Kratz, Managing Director der EMA GmbH.

Während die Sprecher teilweilweise vor Ort sind – natürlich unter Einhaltung der jeweils gültigen Hygienemaßnahmen – können Sie bequem „on demand“ Vorträge und Podiumsdiskussionen mitverfolgen. Unternehmen haben noch die Möglichkeit, einen Speaker-Slot zu buchen.

(Logistik)Welt im Wandel.
Die Corona-Pandemie erwischte die Wirtschaftswelt völlig unvorbereitet und quasi ohne Vorwarnung. Und plötzlich wurde wahr, wovon Viele insgeheim schon lange träumten: die Logistik wurde über Nacht als systemrelevant anerkannt. „Die Logistik war zwar schon immer einer der bedeutendsten Faktoren der Wirtschaft, allerdings wurde dieses oftmals nicht wahrgenommen. Vielmehr wurde es als eine Selbstverständlichkeit erwartet, dass die Warenströme einwandfrei und verlässlich funktionierten, die Regal im stationären Handel stets gefüllt waren“, fasst Bernd Kratz zusammen. Leere Regale waren bis dahin eine Seltenheit, und plötzlich – Hamsterkäufen sei Dank – herrschte in manchen Produktbereichen gähnende Leere im Supermarkt.  Zur Angst vor dem Virus kam plötzlich die Versorgungsangst. Die weltweiten Logistikketten rissen ab und sind teilweise bis heute noch nicht völlig wiederhergestellt. Während sich die Situation im Lebensmittelbereich wieder normalisiert hat, stehen einige Produktionen still. Besonders stark betroffen: die Automobilindustrie, die unter einemb eklatanten Halbleitermangel leidet. Ehrlicherweise muss aber gesagt sein, dass dieser Mangel wohl auch ohne Corona bestünde. Fakt ist: globale Lieferketten kamen gewaltig ins Trudeln und plötzlich stellte sich vermehrt die Frage, ob dieses Outsourcing rund um den Globus wirklich so optimal ist.

Automatisierung als Ausfallschutz.
Eine Maschine wird nicht krank. Sie muss auch keinen Abstand halten. So einfach lässt sich zusammenfassen, warum die Erhöhung des Automatisierungsgrades in Produktionsstätten eine neue Bedeutung erhalten hat. „Die Automatisierung dient nicht wie zuvor nur zur Kostensenkung, sondern auch zur Sicherstellung und Aufrechterhaltung eines Betriebs durch eine Reduzierung der Infektionsgefahr innerhalb des Personals“, berichtet Kratz.

Bestes Beispiel hierfür sind die Paketzentre.
Der Lockdown sorgte für eine Paketflut, wie man sie sonst nur vom Weihnachtsgeschäft kennt. Die KEP-Dienstleister mussten ihre Kapazitäten und gleichzeitig die Zustellgeschwindigkeit binnen kürzester Zeit stark ausweiten, Prozesse straffen und die Automatisierung verstärken. In seinem Vortrag „Die saisonalen Spitzen der Auftragsabwicklung im Retail smart und effizient bewältigen“ zeigt Markus Grabner, Senior Sales Manager bei Reesink Logistic Solutions Austria Möglichkeiten auf, solche Schwankungen elegant zu meistern. Auch im Beitrag von Joachim Kininger, Director Strategic Business Development, Element Logic Germany GmbH, dreht sich alles um Volatilität – und wie man sie sich zu Nutzen macht: „Geschwindigkeit, Flexibilität und Skalierbarkeit als Wettbewerbsvorteil in einer dynamischen Handels- und Logistikwelt“ lautet sein Vortragsthema. Des Weitern folgt von DI (FH) Roman Schnabl, Vice President Product Management der KNAPP AG ein spannender Beitrag zu Trends in der Value Chain und Logistik – Wie KI-basierte Technologie die Welt der intelligenten Logistik verändert.

Digitalisierung unumgänglich Schon seit Jahren ist die Logistikbranche von Innovation und Digitalisierung getrieben – Track & Trace-Informationen zum Beispiel sind offline unmöglich zu realisieren. Durch die Pandemie erhielt diese Entwicklung einen weiteren Schub. In seinem Vortrag „Der datengestützte moderne Handel und die Digitalisierung der Warenströme“ wird Walter Trezek, Vorsitzender des beratenden Komitees des Weltpostvereins von aktuellen Entwicklungen und neuen Realitäten erzählen. Wer im Lockdown sitzt und trotzdem einkaufen möchte, hat nur eine Alternative: Distanzhandel. Florian Seikel Geschäftsführer Logistic Natives e.V., Berlin, gewährt daher Einblicke in „Das virtuelle Warenhaus – der internationale & digitale Handel.“ Mindestens genauso spannend wird der Beitrag von Günter Birnstingl, Managing Director Austria bei Seven Senders: „Wie Corona die Versandlogistik verändert hat – Chancen und Herausforderungen im europäischen Cross-Border Versand.“

Zudem freuen wir uns sehr auf die Speaker – Harald Gutschi, Geschäftsführer der UNITO Gruppe und Rainer Will, Geschäftsführer vom Handelsverband u.v.m.. Den Abschluss der Veranstaltung bildet die geführte Podiumsdiskussion „Nach der Pandemie ist vor der Pandemie – wie wird sich die Logistik auf zukünftige Notsituationen vorbereiten?“. Hoffentlich gut! (AG)

QUELLE: LOGISTIK express Ausgabe 3/2021

Reesink Logistic Solutions: E-Commerce – Blitzschnelle Logistik für Baustellen

Bis zum Abend online bestellt, rechtzeitig zu Arbeitsbeginn auf die Baustelle geliefert – und das in weiten Teilen Österreichs: Das macht das komfortable Logistikkonzept der H. Gautzsch Großhandel Österreich GmbH aus. Zentrales Element darin ist ein AutoStore-Kleinteilelager.

Beitrag: Redaktion.

Der Elektrogroßhändler bietet seinen Kunden neben einem umfassenden Warensortiment auch die Anlieferung sämtlicher Produkte bis zur Baustelle. Somit sparen sich die Handwerksbetriebe den morgendlichen Einkauf vor Baubeginn und können direkt mit der Elektroinstallation beginnen. Mit der Kombination aus Online-Vertrieb und Direktbelieferung ist das Unternehmen im benachbarten Bayern seit mehr als zehn Jahren erfolgreich.

Nun startet es sein Angebot auch in Österreich. Um einen flexiblen Service anbieten zu können, setzt der Online-Händler mit einem Sortiment von über 25.000 Artikeln in Himberg bei Wien auf ein automatisches Lager mit zweistufiger Kommissionierung. Im Zentrum der Logistikanlage steht AutoStore, ein ultrakompaktes Kleinteilelager, das nur rund ein Drittel der Fläche vergleichbarer Anlagen beansprucht. Realisiert wurde es von Markus Grabner, Senior Sales Manager bei Reesink Logistic Solutions, und seinem Team.

Innerhalb eines Aluminiumgerüsts, des sogenannten Grids, sind in der Anlage rund 18.000 Behälter der Größe 603x403x310 Millimeter in 16 Ebenen gestapelt. Bewegt werden sie von acht akkubetriebenen Robotern, die elektronisch gesteuert unabhängig voneinander agieren. Für Wareneingang und Kommissionierung ist die Anlage mit vier sogenannten Ports ausgestattet, von denen jeder flexibel für die benötigte Aufgabe eingesetzt werden kann. Sie sind in zwei unterschiedlichen Geschwindigkeitsstufen ausgelegt.

In dieser Konfiguration schafft die Anlage bei der Kommissionierung 250 Behälterandienungen pro Stunde, die H. Gautzsch im Zweischichtbetrieb nutzt. Da AutoStore eine sehr schnelle Auftragsbearbeitung erlaubt, können Elektroinstallateure fehlendes Material für den Folgetag auch nach Tagesabschluss auf der Baustelle noch ordern. Letzte Aufträge können noch bis 30 Minuten vor Schichtende bearbeitet werden. „Die Anlage bietet uns größtmögliche Ausfallsicherheit und extrem flexible Erweiterungsoptionen“, freut sich Helmut Lindinger, Geschäftsführer der H. Gautzsch Großhandel Österreich GmbH.

Tipps für die Anlagenplanung -4 Fragen an Automatisierungsexperten Markus Grabner – Reesink Logistic Solutions Austria

Was sind die wichtigsten Eckpunkte bei der Konzeption eines automatischen Kleinteilelagers?

Größe, Volumina und Gewichte der Artikel müssen zu den Maßen der Behälter passen – das ist der wichtigste Punkt.

Welcher andere Faktor ist bei der Planung außerdem entscheidend?

Die Wahl der Lagertechnik hängt maßgeblich vom Platz ab, der zur Verfügung steht. Kompakte Anlagen wie ein AutoStore bringen deutlich mehr Artikel auf derselben Fläche unter.

Worin unterscheiden sich verschiedene Anlagentechnologien noch?

Besonders groß sind die Unterschiede im Bereich der Ausfallsicherheit. Manche Anlagen kommen durch beschädigte Bauteile ganz oder teilweise zum Stillstand.

Dezentral betriebene Lager wie ein Auto-Store mit seinen autonomen Robotern verlieren dagegen schlimmstenfalls an Geschwindigkeit. Sie können im laufenden Betrieb gewartet oder erweitert werden. Andere Analgentypen müssen dagegen bis zum Abschluss der Arbeiten mitunter wochenlang stillstehen.

Wie sieht es mit dem Energiebedarf der Anlagen aus?

Nur wenige automatische Lager sind ressourcenschonend. Die Stromverbräuche differieren erheblich. Ein AutoStore ist dagegen extrem energiesparend und bietet damit eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Lösung: Zehn Transportroboter haben in etwa nur den Stromverbrauch eines einzigen Staubsaugers. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 2/2021

LOGISTIK express Journal 1/2021

Wir leben in bewegten Zeiten, die Welt ist im Umbruch und es fühlt sich so an, als wären wir in einer Lockdown Schleife. Und nicht auszudenken, welch wirtschaftlichen, als auch gesellschaftlichen Nachwehen uns die Corona Zeit bescheren wird. Bleiben Sie gesund und viel Freude mit unserer umfangreichen und informativen LOGISTIK express Ausgabe 1/2021 mit dem Titel: „Perspektiven in der Krise“.

INHALT 1/2021

02 Werbefenster U2
05 Inhalt / Editorial
06 Jetzt ist guter Rat so richtig teuer
08 Das Versagen der Politik!
12 Einzelhandelsbilanz im Corona-Jahr 2020
14 Jeder fünfte Euro im Non-Food Handel wird online ausgegeben
18 Auswirkungen des Coronavirus auf den E-Commerce in 2020
22 E-Commerce: Ende von Abgabenhinterziehung und illegalem Handel
26 Wer hätte das gedacht? E-Commerce ist doch nicht so böse
30 Internationaler E-Commerce: Stolperfalle Brexit
32 Mercosur-Abkommen mit starkem Gegenwind
34 Corona lässt Regionalität und Bio im Lebensmittelhandel boomen 
38 Amazon: US-Gigant als Segen und Fluch 
44 China nach Covid-19: Pandemie verändert Logistikprozesse 
47 Logistikreise für den eCommerce und Omnichannel-Handel
48 Reesink Logistic Solutions expandiert nach Polen und Österreich
50 Dematic automatisiert Ersatzteillager von Röthlein Logistik
54 Von digital bis nachhaltig. Die sechs wichtigsten Logistiktrends 2021
56 2021 – European Year of Rail
58 Nasse Logistik: Eine Rückschau auf das Corona-Jahr 2020
64 Brexit: Die Krux mit dem Ursprung
66 Brexit-Deal: Was ändert sich für Logistikunternehmen?
68 Corona-Pandemie: Fragen, die sich Logistikkunden stellen
70 BMW Group eröffnet neuen Campus
72 VDE stellt Studie Mobilität, Logistik und Energie 2030 vor
74 Automotive: Überlagerter Wandel
76 Verhandlung: Ich will sehen
78 Wer sich in Gefahr begibt…
82 Risiken & Nebenwirkungen garantiert
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