China Lieferketten – Dürre im Land der Mitte

Nach Lockdowns und Hafenschließungen schädigt nun eine Hitzewelle mit Wasser- und Stromsanktionen die Lieferketten. Besonders die Automobil-, Halbleiter-, Siliziumerzeuger- und Aluminiumindustrie in Sichuan und deren Abnehmer in Südchina sind betroffen.

Redaktion: Dirk Ruppik.

China erfährt laut dem chinesischen Amt für Meterologie zur Zeit die stärkste Dürre seit mehr als sechs Jahrzehnten. Im Bereich des Jangtsekiang fiel so wenig Regen wie noch nie seit dem Beginn der vereinheitlichten Wetteraufzeichnungen in 1961. Besonders betroffen sind die Provinzen Jiangsu, Hubei und Sichuan. Nicht nur die Wasserversorgung wurde reduziert, sondern auch der Stromverbrauch. Die Hitze führte u. a. zu einer reduzierten Erzeugung von Hydroenergie und zur vermehrten Nutzung von Klimaanlagen und damit zu einer Energiekrise.

Weitere Störung von Lieferketten.
Aufgrund der unerbittlichen Null-Covid-Doktrin und strikter Corona-Beschränkungen befanden sich bereits im Frühjahr und nun erneut im August viele Städte in China im Lockdown. Mehrere Großstädte sind betroffen. Im Frühjahr wurde besonders die Megacity Schanghai und der dortige Containerhafen von einem wochenlangen Lockdown getroffen. Es kam zu einem gigantischen Rückstau an unabgefertigten Schiffen und zudem zu Sperrung von Transportwegen auch zum Hafen.

Viele Unternehmen leiden immer noch unter einer Knappheit an Zulieferteilen und auch Rohstoffen. Obwohl sich die Situation im Schanghaier Hafen mittlerweile erholt hat, ist das Land nach wie vor von der rigiden Corona-Politik bedroht, die mittlerweile auch von der WHO verurteilt wird (1). Im August befinden sich wieder zahlreiche Städte in Isolation, so die nordchinesische Hafenstadt Dalian und Shenyang (Liaoning), Chengde und Shijiazhuang (Hebei), Chengdu (Sichuan), Jishui (Jiangxi) sowie Shenzhen und Guangzhou (Guangdong).Abermillionen Chinesen befinden sich erneut im (eigentlichen) Ausnahmezustand. Dies führt zunehmend wieder zu massiven Auswirkungen bei Handel, Reisen und Industrie. Zu den vorhandenen Schwierigkeiten kommen nun noch die Herausforderungen durch die extreme Hitzewelle mit den genannten Wasser- und Stromsanktionen.

Hitzewelle trifft Industrie
Die Rationierung des Stroms hat in Sichuan viele bedeutende Automobilhersteller getroffen – darunter auch Tesla (2, 3). Die Provinzregierung ordnete die Schließung fast aller Fabriken für bislang elf Tage an. Chinas größter Automobilhersteller SAIC und auch Tesla berichten bereits von „zerrissenen“ Lieferketten. Damit ist auch die Autoproduktion in Teslas „Gigafactory“ in Schanghai bedroht. Auch die Produktion von SAIC in drei Fertigungsstätten in der Megacity ist bedroht. Beide Hersteller besitzen ein weit verzweigtes Netzwerk von Automobilzulieferern, die jetzt ebenso von der Energiekrise betroffen sind.

In Sichuan werden überwiegend Halbleiter, Lithiumbatterien und Autoteile hergestellt. Die chinesischen Automobilhersteller waren gerade dabei sich von den monatelangen Lockdowns in Schanghai zu erholen, als sie nun wieder von den Stromeinsparungen, Mangel an Hydroenergie und Fabrikschließungen in Sichuan getroffen wurden. Sichuan exportiert normalerweise die meist aus Wasserkraft gewonnene Energie auch in Industriezentren im Süden und an der Ostküste. Aufgrund des Wassermangels fällt dies nun aus. In der Provinz selbst sind zudem auch die Aluminium und Siliziumproduktion betroffen. Große Silizium und Polysilizium-Hersteller wie Tongwei Solar, Tianqi Lithium und Yahua Lithium haben hier ihre Werke. Rund die Hälfte des chinesischen Lithiums wird in Sichuan abgebaut und vor allem in Batterien für E-Autos verwendet. Die europäische und deutsche Solar- und Automobilindustrie sind stark von Lieferungen dieser Firmen abhängig.

Die deutsche Außenhandelskammer in China berichtet, dass teilweise auch die Produktion deutscher Firmen im Land der Mitte betroffen ist. Viele internationale Halbleiterfirmen haben Werke in Sichuan, darunter Texas Instruments, Intel, Onsemi und ebenso der Apple-Zulieferer Foxconn. Auch der Jangtsekiang, der durch Sichuan fließt, ist trockengefallen. Davon betroffen ist der Drei-Schluchten-Damm mit zugehörigem Kraftwerk (Hubei), das normalerweise eine durchschnittliche Leistung von 9,5 GW besitzt. Das weltgrößte Hydroelektrische-Kraftwerk beliefert Industrien in Ost- und Südchina mit Strom.

Um die Energiekrise zu bewältigen wurden die Kohlekraftwerke hochgefahren, die jetzt 50 Prozent mehr Strom produzieren. Das verärgert Klimaschützer, denn das Land der Mitte ist ohnehin der größte CO2-Emittent der Welt. Durch die krisengeplagte und schwächelnde Wirtschaft im Land der Mitte wackeln nun auch Klimaziele. Das Ausbalancieren von Energiesicherheit und Dekarbonisierung wird zunehmend schwieriger.

Neuer Logistikriese soll Lieferkettenprobleme beseitigen.
Ein staatlicher Logistikkonzern, die China Logistics Group, soll nun die Lieferketten retten. Der am 6. Februar 2022 offiziell gegründete Konzern ist eine Fusion aus fünf Logistik-Unternehmen ¬ darunter die ehemalige China Railway Materials Group (4). Als strategische Investoren sind zudem die China Eastern Airlines, die China COSCO Shipping Group und die China Merchants Group beteiligt. Der neue Logistikriese soll internationale Handelsverbindungen und Frachtdienstleistungen entwickeln und so die globalen Lieferketten (re-)organisieren. Er ist in dreißig chinesischen Provinzen und allen fünf Kontinenten aktiv. Darüber hinaus besitzt China Logistics direkt 120 Eisenbahnlinien, 42 Lagerhäuser, 4,95 Millionen m² Lagerfläche und eine globale Flotte von drei Millionen Fahrzeugen. Allerdings existieren bisher keinerlei Neuigkeiten über konkrete Maßnahmen der China Logistics Group.

Wie kann die Situation verbessert werden?
Die Supply Chain-Krise hat generell viele Ursachen. Dazu gehören natürlich die Pandemie und erneute Produktions- und Hafenschließungen in China. Aber gerade die Erholung und der erneute Konsumanstieg bereiten die größten Probleme. Aber auch fehlende Schiffscontainer, ein Mangel an Fahrern in der Logistik, der Preisanstieg durch erhöhte Nachfrage bei Rohstoffen, die Halbleiterkrise und der Chip-Mangel (der Produktionsprozesse stört) sowie das Fehlen an Lagerfläche für den Anstieg an Bestellungen sind Gründe.

Generell kann die Einführungen neuer Technologien in die Lieferkette wie Künstliche Intelligenz (KI) Herausforderungen lindern. Die Voraussagende Analyse und Voraussagende Nachfrageprognose führen zu einer besseren Planung und Vorbereitung auf künftige Nachfragesituationen und die Bereitstellung von benötigter Transportkapazität. Wichtig sind Plattformen, die die Transparenz der Lieferkette verbessern, wie z. B. Lieferanten-Suchplattformen und Übersichten über die Frachtraten in Echtzeit.

Die gigantische Abhängigkeit der Lieferketten vom Land der Mitte muss verringert werden. Ausweichlieferanten in anderen Ländern müssen gefunden werden. Die Produktion und Beschaffung wird langfristig wohl wieder lokaler werden. Eine Entwicklung die als Glokalisierung (Globalisierung plus Lokalisierung) bezeichnet wird. Die Wertschöpfungs- bzw. Lieferketten werden kürzer und fehlerärmer. Die Sicherheit von Supply Chains wird gegenüber dem chinesischen Preisvorteil priorisiert. Eine aktive Netzwerk- und Supply Chain-Planung, eine digitale Bestandsprognose und -disposition sowie eine umfassende logistische Kapazitätsplanung führen zu einer größeren Krisensicherheit der Unternehmen.

Weitere Maßnahmen, die Unternehmen anwenden können, sind die Wiedereinführung von Pufferlagern, Umstieg vom anfälligen Just-in-Time-Push- auf Pull-Modus in der Produktion und die Sicherung des Cash Flows im Unternehmen. Wenn man die Krise als Chance betrachtet, können durch die Aufdeckung von Schwächen nun Lieferketten resilienter gestaltet werden. (DR)

Literatur:

1 Ausbrüche in mehreren Städten, Corona: Millionen Chinesen im Lockdown, 30. August 2022, ZDF.de

2 Carmakers hit as China’s heatwave forces more power rationing, CNN Buisness, 22. August 2022, Link

3 China places millions into Covid lockdown again as economy continues to struggle, 31. August 2022, The Guardian, Link

4 Chinas Logistikriese wird gegründet! Unterstützen Sie Schifffahrt, Luft- und Landtransport, um ein strategisches Layout zu erstellen, Dayang Welding, Link

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

China Elektromobilität: Aufholjagd deutscher Hersteller im Land der Mitte beginnt

China gilt als Leitmarkt für Elektroautos. Das Land fördert auch wegen der Coronakrise die  Elektromobilität noch bis Ende 2022. Um ihre Marktanteile auszuweiten investieren auch Hersteller wie VW, Daimler und BMW verstärkt in China.

Redaktion: Dirk Ruppik.

Die chinesische Regierung will die schlechte Luft in den großen Städten des Landes bekämpfen und weltweit Technologieführer bei der Elektromobilität werden. Daher gilt China als Leitmarkt für Elektroautos. Das Land der Mitte ist mit etwa der Hälfte des globalen Absatzes weltweit der größte Markt für New Energy Vehicles (NEV). In den letzten zehn Jahren hat die Regierung den Aufbau des Marktes für Elektromobilität und der Ladeinfrastruktur in allen Marktsegmenten mit großem Aufwand vorangetrieben.

Auf politischer Ebene sind für die Phase des Marktaufbaus der 13. Fünfjahresplan, die Technologie-Roadmap des Ministry of Industry and Information Technology (MIIT) sowie der NEV-Entwicklungsplan bestimmend. Bis Ende 2020 sollte dadurch der Anteil der NEV-Neuzulassungen sieben Prozent der gesamten Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge betragen. Fünf Millionen NEV sollten bis Ende 2020 die Straßen des Landes befahren. Gleichzeitig waren 50000 öffentliche Ladepunkte geplant. Laut des International Council on Clean Transportation (ICCT) wurde mit 4,92 Millionen NEV auf Chinas Straßen Ende 2020 die Vorgabe fast erreicht.

Auswirkungen der Pandemie auf den NEV-Markt.
Wie vieles andere hat die Coronakrise zu Beginn auch den  Absatz von NEV im Land der Mitte einbrechen lassen. Aber schon ab März 2020 nahmen die Absatzzahlen gemäß Statista wieder zu, um im Dezember mit 199400 (162000 in 2019) einen neuen Höhepunkt zu erreichen. Davon waren 167000 batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (BEV) und 32400 Plug-in-Hybride Elektrofahrzeuge (PHEV). Die chinesische Regierung fördert laut Germany Trade & Invest (Gtai) weiterhin die Elektromobilität und verlängert die Subventionszahlungen auch wegen der Coronakrise bis 2022. Zudem wurde die Kaufsteuer in Höhe von zehn Prozent des Nettoverkaufspreises für NEV bis Ende 2022 ausgesetzt. Dies gilt für alle in China hergestellten Automobile und Importe mit Elektroantrieb, Plug-in-Hybride und Automobile mit Brennstoffzellen (Fuel Cell Electric Vehicle, FCEV).

Laut eines Entwurfs des MIIT zufolge sollen NEV in 2025 ein Viertel aller Neuwagenverkäufe stellen. In 2030 sollen 38 Millionen NEV pro Jahr hergestellt werden, wobei der Anteil der Neuzulassungen dann 40 Prozent betragen wird. Bisher konzentrieren sich die Verkäufe allerdings auf wenige Großstädte mit Zulassungs­beschränkungen für Pkw mit Verbrennungsmotoren sowie zusätzlichen lokalen Anreizen für NEV. In 2018 lagen gemäß einer Studie des ICCT sechs der neun größten städtischen NEV-Märkte weltweit im Reich der Mitte: Shanghai, Beijing, Shenzhen, Hangzhou, Tianjin und Guangzhou. Bisher sind NEV deutlich teurer als Verbrenner und die Nachfrage ohne zusätzliche Anreize und Vergünstigungen ist nicht nachhaltig. Mitte 2020 startete die Regierung aufgrund der Pandemie eine neue NEV-Kampagne für die ländlichen Regionen Chinas. Dadurch wurden insbesondere kleinere und erschwinglichere NEV und die Verkäufe in ruralen Gebieten gefördert.

Erfolgreiche chinesische Produzenten und massenhaft Patente.
Unter den weltweit zehn erfolgreichsten E-Auto-Herstellern sind vier chinesische Autokonzerne – namentlich SGMV, BYD, SAIC, Great Wall –, die durch Massenproduktion eine hohe Wirtschaftlichkeit erreicht haben. Im Mai 2021 rollte mit einem Han EV bei BYD in Shenzhen das ein millionste Electric Vehicle (EV) des Herstellers vom Band. Das Unternehmen, an dem auch Warren Buffets Berkshire Hathaway beteiligt ist, liegt weltweit auf Platz 5 (fünf Prozent Marktanteil) und in China auf Platz 2 (zwölf Prozent Marktanteil) der größten Hersteller. Die Liste der global größten EV-Hersteller führt Elon Musks Tesla an. Darauf folgen SGMV (SAIC-GM-Wuling Automobile), VW, BMW und BYD. Weitere chinesische Hersteller liegen auf folgenden Plätzen: SAIC (Platz 8), Great Wall (Platz 11), NIO (Platz 15), GAC (Platz 18), Chery (Platz 20).

Tesla erreicht mit rund zwölf Prozent Marktanteil im wichtigen chinesischen Inlandsmarkt Platz 1. Danach folgen laut der amerikanischen China-Info-Plattform SupChina BYD, SAIC Motor, SAIC Volkswagen, SGMV, NIO, Xpeng, Li Auto, WM Motor, Geely, Byton, Enovate, Zhiji, Xiaomi, Dongfeng Motor, Chang’an Automobile, GAC, Chery Automobile, FAW Group, FAW-Volkswagen Automobile, Evergrande und BAIC. Mittlerweile tummeln sich im chinesischen EV-Markt auch Immobilien-Unternehmen wie Evergrande und chinesische Technologiekonzerne wie Tencent, Huawei, Baidu und Didi Chuxing. Gemäß SupChina wird der chinesische Markt in 2030 18 Millionen E-Autos und ein Marktvolumen von rund 380 Milliarden US-Dollar (durchschnittliche Kosten pro EV 20000 US-Dollar) umfassen.

Weiterhin wollen laut ADAC auch chinesische Hersteller auf dem europäischen Markt für E-Nutzfahrzeuge Fuß fassen. Elektrisch angetriebene Lkw, auch für den Fernverkehr, sind die nächste Revolution in der Nutzfahrzeugbranche. Ein Beispiel ist die junge Marke Maxus aus dem SAIC-Konzern, die seit Kurzem das Modell EV80 als Kastenwagen, Neunsitzer oder reines Fahrgestell anbietet. Der chinesische Hersteller Geely ist seit Ende 2017 größter Anteilseigner am Lkw-Hersteller Volvo Trucks AB. Mit dem kommenden Elektro-Lkw zielt Geely gemäß dem Magazin Auto Motor und Sport stark auf den Tesla Semi-Truck ab.

China reichte die meisten Technologie-Patente in 2019 bis 2020 im Bereich Schnelllade- und kabellose (Wifi) Ladetechnologie ein. Von über 5000 angemeldeten Patenten im gleichen Zeitraum im Bereich Wireless Electric Vehicle Charging (WEVC)-Technologie hält China 40 Prozent, gefolgt von Japan (20 Prozent), USA (14 Prozent) und Deutschland (14 Prozent). In 2020 befinden sich zudem 14 chinesische Großstädte unter den E-Auto-Hauptstädten der Welt.

Erfolg des NEV-Programms und Zukunft.
China setzte gemäß ICCT schon sehr früh auf die Entwicklung eines Marktes für E-Autos. Die Hauptgründe und Herausforderungen lagen in der bedrohten Versorgungssicherheit mit Öl, der stockenden Entwicklung der Autoindustrie, großer Luftverschmutzung und dem zunehmenden Klimawandel. Der Aufbau eines NEV-Marktes adressierte alle Probleme und führte zur Zusammenarbeit verschiedenster Ministerien, was wiederum entsprechend NEV-förderliche Richtlinien und Gesetze in verschiedensten Bereichen hervorbrachte. Der Erfolg beim Aufbau des NEV-Marktes gründet auf einer klaren Vision, konsistenter Planung, koordinierten Maßnahmen, Innovationen auf Städteebene, der Einführung von Richtlinien und Gesetzen sowie der Anpassung dieser an einen sich wandelnden Markt. Meilensteine waren hier der “Zehn Städte, 1000 Automobile”-Pilotplan in 2009, durch den Kaufanreize, Steuervergünstigungen für E-Autos, staatliche Beschaffungsmaßnahmen und Infrastruktursubventionen eingeführt wurden. Weiterhin sind hier beispielhaft der Auto Industry Ajustment and Revitalization Plan 2012–2020, der Energy Saving and NEV Development Plan, Made in China 2025 und der NEV Industrial Plan 2021-2035 zu nennen. Im 14. Fünfjahresplan (von 2021-2025) wird die chinesische NEV-Vision in Richtung eines vollständig elektrifizierten Straßentransportsektors im Rahmen der langfristigen Verpflichtung zur CO2-Neutralität und zur Verschönerung Chinas angepasst werden.

Deutsche Hersteller nehmen den Kampf um den E-Automarkt in China auf.
Der Volkswagen Konzern will laut Handelsblatt zusammen mit seinen chinesischen Joint-Venture-Partnern trotz der Corona-Pandemie bis 2024 15 Milliarden Euro in Elektromobilität investieren – zusätzlich zu den 33 Milliarden Euro weltweit. Im Mai 2020 hatte VW bereits eine Erhöhung seines Anteils um zwei Milliarden Euro im chinesischen Joint Venture JAC Volkswagen bekannt gegeben. Weiterhin will der Konzern  für rund eine Milliarde Euro 26 Prozent der Anteile am chinesischen Batteriehersteller Gotion High-Tech erwerben. Daraufhin gab Gotion High-Tech Mittte Juli den Bau einer Fabrik für Kathodenmaterialien mit hohem Nickelgehalt in der chinesischen Stadt Hefei bekannt. VW plant 15 NEV-Modelle bis 2025 in China zu bauen, um im stark umkämpften chinesischen Markt mithalten zu können. Das gesamte Produktportfolio soll im Land der Mitte dann zu 35 Prozent aus rein elektrischen Modellen bestehen. Daimler hatte Anfang Juli 2020 ebenso eine Beteiligung an dem chinesischen Batteriezellenhersteller Farasis Energy (Ganzhou) verkündet. Auch BMW gab Mitte September eine Ausweitung seiner Batterieproduktion in Tiexi (China) bekannt. Bisher haben die deutschen Autohersteller laut dem deutschen Automobilverband VDA in China gerade einmal einen Marktanteil von zwölf Prozent. McKinsey schätzt, dass der Anteil an vollelektrischen Fahrzeugen in China bis 2025 auf 14 bis 20 Prozent ansteigen wird. Dies entspricht rund vier bis fünf Millionen verkauften Autos.

QUELLE: LOGISTIK express Ausgabe 3/2021

Das Versagen der Politik!

2020 war ein turbulentes Jahr und hat unser Leben für immer verändert. Der IWF nannte es eine Krise wie keine jemals zuvor. Niemand wird das letzte Jahr vermissen und alle hoffen auf ein besseres neues Jahr. Ich bin da skeptisch und gehe davon aus, dass 2021 dem Vorjahr in nichts nachstehen wird.

Gastbeitrag: Marc Friedrich.

Wie von mir immer wieder aufgeführt, befinden wir uns inmitten einer historischen Zeitenwende, die nicht gestoppt werden kann und uns in allen Bereichen große Veränderungen beschert – nicht nur wirtschaftlich und finanziell, sondern auch politisch und gesellschaftlich. Dieser von mir prognostizierte Paradigmenwechsel wurde durch die Ereignisse des letzten Jahres unterstrichen und bestätigt. Was viele nicht wissen: Schon vor Corona war dies der Fall. Die Pandemie hat diese Entwicklung lediglich massivst beschleunigt und die Schwächen und Sollbruchstellen in unserem jetzigen System herausgearbeitet und schmerzhaft verdeutlicht. Für viele unbekannt: Die Eingriffe der Notenbanken begannen schon im September 2019. Zinsen wurden weltweit gesenkt und die Rezession war schon im vollen Gange.

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